Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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radspeichen, Wagenachsen, Winkeleisen für Dampfkessel, Schiffsrippen u. dgl., das Blechwalzwerk große und starke Eisenplatten flir Dampfmaschinen, Schiffe und andere Zwecke und lieferte Platten von 24 bis 48 Zoll (139 cm) Breite und 20 Fuß (6,32 m Länge bei 1V 2 bis 6 Linien (3,39 bis 13,17 mm) Dicke. Die Bleche wurden mit großen Scheren beschnitten und mittels einer eigenen Vorrichtung abgesintert und beliebig gekrümmt 64 .
Nicht nur die Frischeinrichtungen, sondern auch die Hochöfen in St. Gertraud und St. Leonhard, wo ebenfalls die schwäbische Kleinfrischerei betrieben wurde, erfuhren eine Verbesserung, indem sie mit hufeisenförmigen Lufterwärmungsapparaten versehen wurden. Die Erwärmung geschah in der Hegel auf 200 Grad Reaumur, wobei der eine Ofen weiße und Spiegelfloßen für die Frischfeuer und der andere graues Roheisen, zum Teil für Gußwaren, erzeugte. Die Wochenproduktion betrug pro Ofen 75 bis 80 Meiler mit 8V 2 Schaff (4,16 m 3 ) Kohlenaufwand und 38 bis 42% Ausbringen. 1840 erzeugten beide Öfen zusammen 4520 Meiler Roheisen. Um mehr Erze in St. Gertraud verarbeiten zu können, wurde dort 1839 ein zweiter Röstofen errichtet, dem 1844 ein dritter folgte. Ebenso wurde in St. Leonhard 1839 ein vierschächtiger Röstofen erbaut, dem 1844 und 1848 je ein zweischächtiger hinzugefügt wurde. Die Röstung geschah in kontinuierlich betriebenen Schachtöfen, welche viel rascher arbeiteten als die älteren Röststadel und diesen gegenüber weniger als die Hälfte an Kohlen brauchten. Alles geröstete und glühend im Wasser abgeschreckte Erz wurde jahrelang auf flachen Halden der Abwitterung überlassen, welche durch künstliche, mit Trocknung abwechselnde Bewässerung gefördert wurde. Dabei oxydierten die in den Erzen vorhandenen Sulfide zu Sulfaten und diese wurden durch das Wasser ausgelaugt.
Im Jahre 1840 wurde in St. Leonhard und 1842 in St. Gertraud ein modernes Zylindergebläse an Stelle der alten Kastengebläseeinrichtung zum Betrieb des Hochofens, der Frischfeuer, der Schmiedeesse, des Zeugfeuers und später in St. Gertraud des Kupoloofens erbaut. Dort war das Gebläse ausgestattet mit drei Balanciers und drei doppelt wirkenden eisernen Zylindern von 113 cm Durchmesser und 89 cm Hub. In St. Leonhard dienten dem Gebläse zwei doppelt wirkende Zylinder von 3 Fuß (95 cm) Durchmesser und 4 Fuß (126 cm) Hub, die in der Minute etwa 30 cm 3 Wind gaben. Für die Hochöfen bedeutete die Einführung der Zylindergebläse eine Erhöhung der Leistung, die vorher in erster Linie durch die zu geringe Windmenge begrenzt war.
Im Jahre 1844 erbaute die Wolfsberger Eisenwerksgesellschaft in St. Gertraud einen kleinen Kupoloofen und einen Flammofen mit Glühherd zum Guß von Walzen. Da der Guß schwerer und verwickelter Gußstücke aus dem Hochofen Schwierigkeiten machte, der Eisenguß aber um jene Zeit zunehmende Verwendung fand, benutzte man einen Guß zweiter Schmelzung. Hierzu schmolz man anfänglich das Eisen in Flammöfen um. Diese wurden schon seit dem Ende des 15. Jahrhunderts zum Umschmelzen von Bronze besonders für den Guß von Geschützen verwendet. Gegenüber den Umschmelzschachtöfen hatten sie den Vorteil, daß man darin das Metall gut durchmischen, Proben entnehmen und etwa erforderliche Zusätze geben konnte. Während man aber die Bronzeflammöfen mit Holz