Aufsatz 
Alte Eisenindustrie im Lavanttal / von Karl Dinklage
Entstehung
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Karl Dinklage.

ofens um 1,90 m, was sich ungünstig auswirkte 67 . Im Eisenwerk St. Leonhard wurde der Hochofen 1866 auf 12,64 erhöht. Ein schottischer Winderhitzungs­apparat und fünf Gasröstöfen wurden auf die Gichtsohle gestellt und mit den an der Gicht abgefangenen Hochofengasen geheizt; doch litt die Anlage unter starker Flugstaubentwicklung und es fehlte auch öfters an den nötigen Holz­kohlenmengen zum Betrieb des Hochofens 68 . Die bauliche Entwicklung des Werkes zeigt ein Vergleich der Abbildungen von Josef Wagner aus dem Jahre 1834 (Bild 7) und von F. Springer aus dem Jahre 1858 (Bild 13).

Bild 11. Eisenwerk Waldenstein um 1858 (nach F. Springer).

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Das Werk Frantschach, welches nach den Ausführungen des hervorragenden Kärntner Historikers Heinrich Hermann im Jahre 1844 den Mittelpunkt der ganzen Lavanttaler Eisenindustrie bildete und samt St. Gertraud, St. Leonhard und Kollnitz, den Gruben und den Holzschlägen nicht weniger als 809 Mann zwar zunächst noch von Graf Henckel etwas weiter ausgebaut und erreichte unter der Leitung der Wolfsberger Eisenwerksgesellschaft beschäftigte, wurde 1847 mit 45.338 Zentner Eisenbahnschienen und 16.726 Zentner Blech eine Spitzenerzeugung. Da man aber gelernt hatte, das Puddlings- und Walzwerk mit Braunkohlen zu betreiben und die besten Kohlen dieser Art in Fohnsdorf gewonnen wurden, nahm Graf Hugo von Henckel-Donnersmarck bald einen schon 1840 von Hof rat Peter Tunner gemachten Vorschlag auf, ein größeres Eisenwerk in der Nähe der Fohnsdorfer Kohlengruben zu errichten. So

67 F. MünichsDÖRFER : A. a. O., S. 29; Bezirksgericht Klagenfurt: Bergbuch der Eisenwerke des Klagenfurter Kreises, II, F. 833. Das Aussehen des Hochofens vor der Erhöhung von 1843 zeigt eine Lithographie J. Wagners von 1834.

68 F. Münichsdorfer : A. a. O., S. 28; Landesarchiv Klagenfurt: Wolfsberg-Gewerke, Fasz. XXIV.