Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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entstand in den Jahren 1851/52 das Puddlings- und Walzwerk Zeltweg. Dorthin verlegte Graf Henckel den Frantschacher Walzwerkshetrieb, weil er die rare Holzkohle ausschließlich der Roheisenproduktion seiner Hochöfen widmen mußte und die Kohlen des näher bei Frantschach gelegenen Wiesenau infolge ihrer geringen Qualität sich nach den technischen Kenntnissen jener Zeit nicht zum Puddeln und Schweißen eigneten, die Fohns- dorfer hingegen wohl. Der Braunkohlentransport von Fohnsdorf nach Frantschach aber erschien zu kostspielig. So wurde der größte Teil der Einrichtung der
Bild 12. Eisenhammerwerk Kollnitz i. L. um 1858 (nach F. Springer).
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Frantschacher Fabrik nach Zeltweg verbracht. In den letzten Monaten des Jahres 1852 war das Werk Frantschach, mit Ausnahme einiger Achsenschweiß- feuer, ganz außer Betrieb 69 .
Zwar hatte Graf Hugo Henckel auch weitere Absichten zum Ausbau von Frantschach, wie eine um 1855 geschaffene Idealansicht der geplanten, zu Ehren der Kaiserin so genannten Elisabeth-Hütte daselbst ahnen läßt 70 . Aber es kam nicht dazu. Das Werk erlangte nur noch eine geringe Bedeutung durch die Errichtung eines Zementstahlofens im Jahre 1860 und eines zweiten 1861. Der hier erzeugte Stahl wurde größtenteils zu Federn ausgewalzt und an die damals in Kollnitz (Bild 12) neu errichtete Wagenfedernfabrik abgesetzt. Zur Herstellung von Zementstahl mußten Eisenstangen in Tiegeln mit Kohle eingesetzt und tagelang geglüht werden 71 . Aber schon der Katalog der Wiener
69 H. Hermann, Text zu J. Wagner: A. a. O., S. 361 ff. Die Österreichisch-Alpine Montangesellschaft 1881—1931, S. 350 f. (W. Schuster); Landesarchiv Klagenfurt: Wolfsberg-Gewerke, Fasz. XIII.
70 Original-Aquarell im Besitze v. Frau TschammerJ Warmbad-Villach; K. Dinklage: Frantschach, a. a. O., Bild 6.
71 Landesarchiv Klagenfurt: Wolfsberg-Gewerke, Fasz. IV.
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