Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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Lediglich das Waldensteiner Erz ließ sich, wie man in der Folge erkannte, auf eine erfolgreiche Weise weiterverarbeiten. Nachdem 1891 das Schmelzwerk in Waldenstein demoliert worden war, wurde dort nämlich 1897 eine Farbenmühle errichtet, welche den da gewonnenen Eisenglimmer als Pigment für graue Eisenanstrichfarben verarbeitet. Es handelt sich in Waldenstein wohl um das mächtigste und reinste Vorkommen von Eisenglimmer, welches überhaupt bekannt ist. Weil der Glimmer hier in weichem Gestein ansteht, besitzt er gegenüber den im Urgebirge Spaniens, Norwegens und des deutschen Fichtelgebirges verkommenden spröden Eisenglimmern eine weiche Ivristallinität, durch welche
Hild 14. Sensenhammer zu Wolfsberg um 1884 nach J. Wagner.
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dichte und lückenlose, zusammenhängende Pigmentschichten auf den gegen Witterungs- und Raucheinflüsse zu schützenden eisernen Bahn- und Industrieobjekten erzeugt werden, welche man mit Waldensteiner Eisenglimmerfarben streicht. Durch ein im Jahre 1942 geschütztes Patent wird die Schwimmfähigkeit dieses Pigments soweit erhöht, daß die Farbenfabriken den Waldensteiner Eisenglimmer nur mit dem vorgeschriebenen Anteil von Bindemitteln vermischen brauchen, um eine nicht mehr hart absetzende Eisenglimmerfarbe zu erzielen. Durch jahrelange Versuche der Deutschen Reichsbahn, die 1927 zum Abschluß kamen, hat sich gezeigt, daß zum Rostschutz eiserner Objekte Bleimennig als Grundfarbe und zwei Deckanstriche mit Waldensteiner Eisenglimmer, der bis heute von den Deutschen Bundesbahnen ausschließlich verwendet wird, das beste vorhandene Mittel darstellen. Deutschland ist daher das Hauptabnehmerland für die Waldensteiner Glimmererzeugnisse, welche im übrigen auch nach Frankreich, England, Holland, Belgien und in die Schweiz ausgeführt werden, während der Inlandsabsatz gering ist. Der Waldensteiner Eisenglimmer wird daneben auch zur Herstellung von Kunststeinplatten und