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Fritz Sykora.
sondern auch die Stimmung in manchem verborgen scheinenden Winkel des entzückenden Städtchens Zng in hervorragender Weise einfangen.
Gleichzeitig mit der Entstehung der elektrischen Großfirmen begann man in den großen Städten die ersten elektrischen Straßenbahnen zu bauen und im Jahre 1903 erfolgte auch in Wien die Gründung der stadteigenen Verkehrsbetriebe 28 unter Bürgermeister Lueger. Zur 50Jahr-Feier haben die Wiener Stadtwerke eine kurzgefaßte Geschichte der Entwicklung des städtischen Verkehrswesens in Wien veröffentlicht und aus dem gleichen Anlaß wurde eine Ausstellung im Technischen Museum in Wien veranstaltet, die viel Anklang fand. Reiche Bebilderung beleben die Festschrift.
Aber nicht nur Großunternehmen wurden um diese Zeit gegründet, es begann sich vielmehr auch das Elektro ge wer he organisatorisch zusammenzuschließen. Als um die Jahrhundertwende die Elektroinstallation ein Monopol der Fabriken und Elektrizitätswerke zu werden schien, gründete im Jahre 1902 Georg Montanus in Frankfurt sozusagen als Reaktion darauf den Verband deutscher Elektroinstallationsfirmen, um diesem Gewerbezweig einen gewissen Rückhalt zu verleihen. Der Zweck der Gründung wurde voll erreicht und Georg Montanus wurde so zum „Vater des deutschen Elektrohandwerks“. In Würdigung der Bedeutung Montanus’ und des VI)E hat nun der Bundesinnungsverband die Festschrift „50 Jahre deutsches Elektrohandwerk“ 29 herausgegeben. Diese behandelt in sehr ausführlicher Weise den Werdegang und die Wandlungen seiner Organisation und die Stellung in der übrigen elektrischen Industrie. Den Abschluß bildet eine kurze Geschichte des Elektromotors.
Ebenfalls vor einem halben Jahrhundert fand ein für die Technikgeschichte besonders bedeutendes Ereignis statt: die Gründung des Deutschen Museums in München. Anläßlich dieses Jubiläums hat Geheimrat Zenneck 30 eine Geschichte des weltberühmten Instituts veröffentlicht. Darin wird sowohl die Gründung und das Wachsen in baulicher und gestaltungstechnischer Hinsicht als auch die organisatorische Entwicklung und der vielfache Zweck dieser Institution eingehend beschrieben. Das Buch enthält einen reichhaltigen Bildanhang über Sammlungsgegenstände, Ausgestaltung der Sammlungen und die leitenden Männer. Gleichzeitig erschien ein Bildbericht über den Wiederaufbau des Deutschen Museums von Rorert Poeverlein. 31 In zahlreichen Bildern wird die Gestaltung des Museums vor dem Kriege, seine Zerstörung und die Neugestaltung gezeigt. Man sieht, daß in der modernen Ausstellungstechnik eine ästhetische Gliederung und zahlenmäßige Beschränkung der Ausstellungsgegenstände an Stelle einer unübersichtlicheren Vielfalt von Objekten getreten ist. Dadurch wird das Augen-
20 „50 Jahre stadteigene Verkehrsbetriebe Wiens.“ Zusammenstellung: E, Görg. Bearbeitung: F. Frank: Wien 1953, Wiener Stadtwerke — Verkehrsbetriebe.
29 „50 Jahre deutsches Elektrohandwerk.“ Herausgegeben im Auftrag des Bundesinnungsverbandes des Elektrohandwerkes. Frankfurt a. Main 1952, Selbstverlag.
30 Jonathan Zenneck: „50 Jahre Deutsches Museum“ München 1953, Deutsches Miiseum.
31 Robert I'oeverlein: „Der Wiederaufbau des Deutschen Museums.“ München 1953, Deutsches Museum.