Technikgeschichtliche Bücherschau.
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merk des Besuchers auf das Wesentliche konzentriert, während er früher von der Fülle des Gebotenen vielfach nahezu erschlagen wurde. Man hat nach diesen Bildern den Eindruck, daß das neugestaltete Museum einen Fortschritt gegenüber den früheren Sammlungen darstellt. Desgleichen ist zum Geburtstag des Deutschen Museums eine überaus launige, in Versform abgefaßte Werbeschrift von Eugen Roth 32 und E. M. Cordier herausgegeben worden.
Die Zeichnung ist die Sprache des Ingenieurs und entsprechende Zeichengeräte sind die selbstverständliche Voraussetzung für eine einwandfreie Darstellung. Die bekannte Firma Kuhlmann hat anläßlich ihres 50jährigen Bestehens eine hervorragend ausgestattete Geschichte des technischen Zeichnens, von Franz Maria Feldhaus 33 verfaßt, herausgegeben. Die einzelnen Zeichengräte und Materialien sind getrennt in ihrer geschichtlichen Entwicklung behandelt — auch auf das Radieren wurde nicht vergessen —, ein Kapitel ist der Geschichte des Ingenieurs schlechthin gewidmet. Man staunt über die Ausführung alter Zeichnungen ebenso wie man sich über manches kuriose Gerät oder die frühzeitige Erfindung von Spezialbehelfen wundert. Am Schluß lernt man einige hervorragende, aber wenig verbreitete moderne Hilfsmittel kennen, wie z. B. die Perspektivzeichenmaschine.
Als um die Jahrhundertwende die Automobile mit dreißig und mehr Stundenkilometern die Straßen „durchrasten“, begann die Staubplage zu einem sehr ernsten Problem zu werden. Um ihrer Herr zu werden, begann man — zuerst in Monaco — Straßen zu teeren. Aber schon bald darauf experimentierte in Wien Hans Felsinger 34 mit entwässertem Teer und konnte bereits 1902 in der Nibelungengasse das erste Versuchsstück fertigstellen, das einen absoluten Erfolg darstellte und dem bald eine große Anzahl von wesentlich umfangreicheren Aufträgen folgte. Zugleich ist es 60 Jahre her, daß diese Firma den ersten „papierenen Teich“, die Abdichtung eines Bassins mit Teerpappe und Holzzement erfolgreich ausführen konnte. Dasselbe System wurde später bei dem allen Wienern bekannten Hochstrahlbrunnen angewandt, und zwar mit Erfolg, entgegen der Ansicht vieler Fachleute. Die Festschrift der Firma Felsinger ist humorvoll geschrieben und mit ebenso humorvollen Bildern illustriert.
Die Diesel-Fernlastzüge sind aus dem heutigen Verkehrsbild nicht mehr wegzudenken. Jedoch sind es erst 30 Jahre her, seitdem zum ersten Male von der Firma Benz & Co. 35 ein Diesellastwagen ausgestellt und zum Kauf angeboten wurde. Es waren erhebliche konstruktive Änderungen notwendig, um den Dieselmotor für das Fahrzeug brauchbar zu machen. (So war es beispielsweise damals noch üblich, bei den stationären Dieseln Druckluft zur Zerstäubung des Brenn-
32 Eugen Roth und E. M. Cordier : „Unser Deutsches Museum“. München 1953,
33 Franz Maria Feldhaus : „Geschichte des technischen Zeichnens.“ Herausgegeben anläßlich des 50jährigen Bestandes der Firma Kuhlmann K. G. in Wilhelmshaven 1953. Oldenburg 1953, Stalling.
34 „50 Jahre Teerstraßen in Österreich.“ Wien 1953, Franz Felsinger, Selbstverlag.
35 „30 Jahre Mercedes-Benz-Diesel-Lastwagen.“ Zur Geschichte des Fahrzeug-Diesel- Motors. Zusammengestellt von Paul Siebertz. Stuttgart-Untertiirkheim 1953, Daimler- Benz A. G.