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Fritz Sykora.
kommenden und schon gar die, welche gemeinhin als erledigt gilt, es aber nicht ist, ob nämlich Werk- und Materialgerechtigkeit tatsächlich über gut und schlecht entscheiden, bleibt offen. In diesem Sinne wollen wir die Einleitung — sie klingt fast wie eine Entschuldigung dafür, daß heute noch über Handschmiedekunst fachlich geschrieben wird — als politisch zeitgebunden verstehen und als ein Zeichen der Unsicherheit, die gerade den Schaffenden oder Wissenden befällt, gegenüber der so oft von Außenstehenden gestellten, am Kern der Sache aber unweigerlich vorbeigehenden Frage, was nämlich unserer „technischen und sachlichen Zeitkunst“ gemäß sei. Falsch deswegen, weil eben Kunst niemals sachlich ist, sondern höchstens dahin mißverstanden werden kann, worauf sie sich, wie heute, aus Angst vor der Kritik von der Oberfläche zurückzieht und schamhaft verbirgt. Weil sie aber auch in der technisch sachlichsten Mode als Maß und Verhältnis ebenso weiterlebt, wie in „materialgerechter Technik“, so scheint auch dem Schmiedehandwerk seine Berechtigung nicht verloren und damit auch nicht einem guten erzieherischen Buch hierüber wie diesem.
Eine erwähnenswerte englische Neuerscheinung ist „Economical Domestic Heating “. 43 Dieses Buch wendet sich besonders an jene Bau- und Heizungstechniker, die über das wettersichere Unterbringen in festgefügtem Haus den angenehmen Aufenthalt der Bewohner, betont durch gutgeregelte Zimmertemperatur, erreichen wollen. Der Autor beschreibt als Vorstudie den Wärmehaushalt des menschlichen Körpers und die statistischen Durchschnittsgrenzen, innerhall) deren ein Raum bei verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, sowie verschiedene Beschäftigungsarten temperaturmäßig als angenehm und behaglich empfunden wird. Auf dieser physiologischen Forderung gegründet, werden recht ausführlich vom Standpunkt der wirtschaftlichen Hausplanung die in Frage kommenden Brennstoffe und Wärmeaustauschmedien, Heizkörper und lleiz- systeme an Hand von reichhaltigen Tabellen, technischen Zeichnungen und Lichtbildern besprochen, wobei, für dieses englische Buch selbstverständlich, uns vom Kontinent jedoch überrascht, welcher großen Verbreitung und Beliebtheit der offene Herd sich auch heute noch in England erfreut, anderseits fehlt wieder die Ölfeuerung im Haushalt vollständig. Das hängt wohl mit den reichen im Lande befindlichen Kohlenfeldern zusammen. Der letzte Teil des Buches befaßt sich mit der Strahlungswärme der Sonne und ihre Ausnützung für Wohnhausheizung durch architektonische Maßnahmen, wie Lagen- und Größengestaltung der Fensterfront und zum Schluß wird die Haushaltheizung mit Hilfe einer eigenen Sonnenenergieheizanlage und geschlossenem Wasserumlauf system gezeigt. — Obwohl dieses Buch in erster Linie auf englische Verhältnisse abgestimmt ist, bringt es dennoch eine Menge allgemeingültiger und vor allem neuzeitlicher Erfahrungswerte, wie sie nur selten in derartiger Fülle auf so engem Raum zu finden sind.
Erfreulicherweise wird wenigstens auf einigen Gebieten der Tatsache Rechnung getragen, daß internationale Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch für die Allgemeinheit immer fruchtbringender sind als Isolation. Einen dankens-
43 Henry Gordon Goddard : „Economical Domestic Heating.“ London 1952, E. & F- N. Spon Ltd.