Heft 
1954: Sechzehntes Heft
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen

114

Fritz Sykora.

kommenden und schon gar die, welche gemeinhin als erledigt gilt, es aber nicht ist, ob nämlich Werk- und Materialgerechtigkeit tatsächlich über gut und schlecht entscheiden, bleibt offen. In diesem Sinne wollen wir die Einleitung sie klingt fast wie eine Entschuldigung dafür, daß heute noch über Handschmiedekunst fachlich geschrieben wird als politisch zeitgebunden verstehen und als ein Zeichen der Unsicherheit, die gerade den Schaffenden oder Wissenden befällt, gegenüber der so oft von Außenstehenden gestellten, am Kern der Sache aber unweigerlich vorbeigehenden Frage, was nämlich unserertechnischen und sach­lichen Zeitkunst gemäß sei. Falsch deswegen, weil eben Kunst niemals sach­lich ist, sondern höchstens dahin mißverstanden werden kann, worauf sie sich, wie heute, aus Angst vor der Kritik von der Oberfläche zurückzieht und scham­haft verbirgt. Weil sie aber auch in der technisch sachlichsten Mode als Maß und Verhältnis ebenso weiterlebt, wie inmaterialgerechter Technik, so scheint auch dem Schmiedehandwerk seine Berechtigung nicht verloren und damit auch nicht einem guten erzieherischen Buch hierüber wie diesem.

Eine erwähnenswerte englische Neuerscheinung istEconomical Domestic Heating. 43 Dieses Buch wendet sich besonders an jene Bau- und Heizungstech­niker, die über das wettersichere Unterbringen in festgefügtem Haus den an­genehmen Aufenthalt der Bewohner, betont durch gutgeregelte Zimmer­temperatur, erreichen wollen. Der Autor beschreibt als Vorstudie den Wärme­haushalt des menschlichen Körpers und die statistischen Durchschnittsgrenzen, innerhall) deren ein Raum bei verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, sowie ver­schiedene Beschäftigungsarten temperaturmäßig als angenehm und behaglich empfunden wird. Auf dieser physiologischen Forderung gegründet, werden recht ausführlich vom Standpunkt der wirtschaftlichen Hausplanung die in Frage kommenden Brennstoffe und Wärmeaustauschmedien, Heizkörper und lleiz- systeme an Hand von reichhaltigen Tabellen, technischen Zeichnungen und Licht­bildern besprochen, wobei, für dieses englische Buch selbstverständlich, uns vom Kontinent jedoch überrascht, welcher großen Verbreitung und Beliebtheit der offene Herd sich auch heute noch in England erfreut, anderseits fehlt wieder die Ölfeuerung im Haushalt vollständig. Das hängt wohl mit den reichen im Lande befindlichen Kohlenfeldern zusammen. Der letzte Teil des Buches befaßt sich mit der Strahlungswärme der Sonne und ihre Ausnützung für Wohnhausheizung durch architektonische Maßnahmen, wie Lagen- und Größengestaltung der Fensterfront und zum Schluß wird die Haushaltheizung mit Hilfe einer eigenen Sonnenenergieheizanlage und geschlossenem Wasserumlauf system gezeigt. Ob­wohl dieses Buch in erster Linie auf englische Verhältnisse abgestimmt ist, bringt es dennoch eine Menge allgemeingültiger und vor allem neuzeitlicher Er­fahrungswerte, wie sie nur selten in derartiger Fülle auf so engem Raum zu finden sind.

Erfreulicherweise wird wenigstens auf einigen Gebieten der Tatsache Rech­nung getragen, daß internationale Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch für die Allgemeinheit immer fruchtbringender sind als Isolation. Einen dankens-

43 Henry Gordon Goddard :Economical Domestic Heating. London 1952, E. & F- N. Spon Ltd.