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Jakob Baxa
seines Bruders eintrat, gründete Alfred Skene im Jahre 1851 die Zuckerfabrik Dolloplass und im Jahre 1859 die Zuckerfabrik Prerau. Im Jahre 1867 vereinigten sich die beiden Brüder Skene mit Alexander Schoeller zur Gründung der Zuckerfabrik Leipnik in Mähren.
Das Jahr 1867 war ein Schicksals]ahr Österreichs. Während die Monarchie zu Beginn der Fünfzigerjahre infolge der Siege Radetzkys in Italien und der Niederwerfung des ungarischen Aufstandes hoch angesehen dastand, befand sie sich in den Jahren 1859 bis 1866, zwischen den Niederlagen von Solferino und Königgrätz in einer schleichenden, politischen Dauerkrise, während welcher man alle Augenblicke revolutionäre Bewegungen in Ungarn erwarten mußte. Durch diese ungünstige politische Lage wurde auch das ganze Wirtschaftsleben schwer gelähmt. Der Ausgleich mit Ungarn vom Jahre 1867, der durch die Königskrönung des Kaisers Franz Josef in Budapest besiegelt wurde, die am 8. Juni dieses Jahres mit ungeheurer Pracht stattfand, leitete eine neue Epoche des wirtschaftlichen Aufstieges und einer industriellen Blüte ein.
Einige Tage vor diesem bedeutsamen Ereignis, am 28. Mai 1867, wurde die „Leipniker Rübenzuckerfabriks-Actiengesellschaft“ als Unternehmen zur Errichtung und zum Betrieb einer Rübenzuckerfabrik zu Leipnik in Mähren in das Wiener Handelsregister eingetragen. Unter den Gründeraktionären finden wir neben dem k. k. priv. Großhändler Alexander Ritter von Schoeller und den beiden Fabriksbesitzern Alfred und August Skene den k. k. priv. Großhändler und Fabriksbesitzer Karl Borkenstein, ferner zwei weitere Mitglieder der Familie Schoeller, nämlich Gustav Ritter von Schoeller, offenen Gesellschafter der Firma Gebrüder Schoeller in Brünn, und Philipp Ritter von Schoeller, Zuckerfabriksdirektor zu Czakowitz bei Prag, sowie schließlich Robert Schorisch, Mitbesitzer der Zuckerfabrik zu Groß-Tany in Ungarn und Mitpächter der Zuckerfabrik zu Wieselburg. Zum Präsidenten der Leipniker Rübenzuckerfabriks A. G. wurde August Skene gewählt, während Robert Schorisch zum technischen Leiter der Fabrik bestellt wurde. Er war ein erfahrener Chemiker und Ingenieur, der seine industrielle Laufbahn im Jahre 1844 als Direktor der Zuckerfabrik Dürnkrut begonnen hatte. Bankier der Gesellschaft war Alexander von Schoeller. Das Grundkapital betrug 500000 Gulden, zerlegt in 500 Aktien zu je tausend Gulden, die auf Namen lauteten.
Nachdem die Gesellschaftsstatuten Ende Februar 1867 vom zuständigen Ministerium genehmigt worden waren, wurde bereits im März mit dem Fabriksbau in Leipnik begonnen. Bauleiter war der Architekt Karl Jirusch aus Groß-Seelowitz, wo sich die von Florentin Robert 1842 nach einem Brand neu errichtete Musterzuckerfabrik befand. Die Maschinen wurden von der Firma Danek & Co. in Prag geliefert, die Werkseinrichtungen von der Ersten Brünner Maschinenfabriksgesellschaft, von Ernst Krackhardt und von Brand & Lhullier, die kupfernen Kugel-Vakuen und Rohrleitungen von Dolaynski, Wien und Heinik in Prerau. Die Zentrifugen wurden von Albert Fesca aus Berlin bezogen, die Gasanstalten wurden von der Firma Martinka & Co in Prag eingerichtet und die Bedachung von Josef Fillen, Prag, hergestellt. Der Bau der Fabrik wurde so rasch durchgeführt, daß der Betrieb bereits im Herbst 1867 aufgenommen werden konnte.