Aufsatz 
Georg Agricola : zur 400. Wiederkehr des Todestages des großen Naturforschers, Humanisten und Joachimsthaler Werksarztes / von Franz Kirnbauer
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Franz Kirnbauer

Diese Haltung hat ihn denn auch dazu geführt, in so lebendiger und farbiger Weise in die Welt der Tiefe herabzusteigen, ihre Geheimnisse zu erforschen und vor den Menschen auszubreiten.

Mineralogie, Geologie und Bergbaukunde

Als Arzt war Georg Agricola nach Joachimsthal gegangen, um eine Lücke in der Heilkunde seiner Zeit auszufüllen und durch Praxis etwas dazu zu lernen,

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Bild 3. Aufsuchen der Erzgänge mit der Wünschelrute und durch Schurfgräben.

insbesondere auf dem Gebiet der medizinischen Verwertung der Mineralien. Sein Fleiß galt aber auch der Steinkunde. Hierbei war er immer bestrebt, im Wege der Erfahrung selbstprüfend, ordnend und einteilend, den Blick nicht von der Über­lieferung zu verlieren, um so die Mineralogie aus der Gesamterkenntnis der Menschen bis zu seiner Zeit zu verstehen und als neue Wissenschaft in die bereits weiter fort­geschrittene Gesamterkenntnis einzubauen.

Agricola begnügte sich nicht bloß mit einer Aufzählung der verschiedenen Minerale und Gesteinsarten, sondern er verstand es, eine solche Ordnung in sein System zu bringen, daß sich mit den Mineralien sogleich gewisse geologische Vor­stellungen verbinden. So unterschied er einmal das, was aus der Erde herausfließt oder ausströmt, und dann die Fossilien, also irdische und unterirdische feste Körper.

Die erste Gruppe teilte er wieder ein in Flüssigkeiten, Luft, Gase und Feuer. Mag auch diese Unterscheidung heutzutage als unvollkommen angesehen werden,