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Franz Kirnbauer
nicht ohne Lebensgefahr mit einem Stabe, den er in der Hand führt, ins Tal.“ Auch von Hand aus werden solche gefüllte Erzsäcke vom Förderstollen weg ins Tal oder bis dorthin gezogen, wo Pferde und Maultiere die Last übernehmen können, während die leeren Säcke durch starke Hunde wieder auf den Berg zur Arbeitsstelle getragen werden.
Neben dieser besonderen Sackzugförderung, die übrigens auf dem Steirischen Erzberg in ähnlicher Form viele Jahrhunderte hindurch in Gebrauch war, bringt
Bild 10. Agricolas Alpenkompaß, 1556. ( 3 / 5 der natürlichen Größe.)
Agricola mehrfache Mitteilungen über die Aufbereitung und das Schmelzen von Erzen in den Alpenländern. So wird beispielsweise das Pochen von Gold- und Silbererzen sowie das Stauchsiebsetzen erwähnt und das Schmelzen von Eisenerzen im Sumpf of en, im Rennfeuer sowie im Frischofen ausführlich beschrieben. Auch das Verhütten von Gold- und Silbererzen im Spurofen sowie das Schmelzen von Bleierzen in Kärnten (Bleiberg) (Bild 9) werden dargestellt. Besonders wird auch auf die Güte der Bleiberger Erze sowie des Bleis hingewiesen, da dieses, im Gegensatz zum erzgebirgischen Blei, silberfrei ist.
Auch ein Markscheidergerät aus Österreich beschreibt Agricola, den sogenannten „Alpenkompaß“ (Bild 10) mit einer eigenen Alpenteilung. Es ist dies ein Setzkompaß mit Zeiger. Aus der Redewendung Agricolas, daß damit in den „Stollen,