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In memoriam Hofrat Prof. Dr. Karl Holey
Ausland hinreichend bekannt war, hat Holey immer wieder veranlaßt, die Bestrebungen zur Errichtung einer entsprechenden Pflegestätte zu unterstützen und zu fördern. Als er dann 1928 als Präsident dem Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein Vorstand, hat er seine ganze Persönlichkeit eingesetzt, um einem weiten Forum die Wichtigkeit einer derartigen Institution vor Augen zu führen. Auch bei der Bildung eines Arbeitsausschusses aus den Mitgliedern des Professoren- Kollegiums der Technischen Hochschule in Wien sowie der anderen Hochschulinstitute in Österreich hat Holey tatkräftig mitgewirkt. Nachdem — ehe das Forschungsinstitut für Technikgeschichte am 1. Juni 1931 seine Tätigkeit aufnehmen konnte — der zuerst gewählte Vorsitzende, Präsident Dr. Wilhelm Exner, am 25. Mai 1930 gestorben war, wurde dieses Amt sofort Holey übertragen, das er mit größter Hingabe bis zum Jahre 1938 ausübte. Holey hatte während dieser Zeit nicht allein sein wissenschaftliches Können und seine geistigen Kräfte in den Dienst der Pflege der Technikgeschichte gestellt, sondern er hat auch alle seine persönlichen Beziehungen uneigennützig eingesetzt, um dem Institut die finanziellen Schwierigkeiten zu erleichtern. Gemeinsam mit dem Institutsleiter Hofrat Dr. Ing. L. Erhard hat er stets mitgeholfen, die Arbeiten des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte zu fördern und damit das Ansehen Österreichs zu heben. Seinen weitreichenden Bemühungen ist auch das gute Gelingen der für Dr. Carl Auer-Welsbach durchgeführten Ehrungen zu danken, wobei er insbesondere auch seine künstlerische Beratung für die Errichtung des Auer-Denkmales in Wien zur Verfügung stellte. Desgleichen unterstützte er tatkräftigst die für die Ehrung Prof. Viktor Kaplans unternommenen Bestrebungen. Und als im Jahre 1938 der Arbeitsauschuß aufgehört hatte, zu bestehen, und das Institut 1941 bereits in die Obhut des Staates übergeführt war, blieb sein Interesse für die Arbeiten des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte aufrecht; er förderte es, wo immer er konnte.
Karl Holey wurde am 6. November 1879 in Bodenbach an der Elbe geboren. Sein Vater war Forstkontrollor. Die Reifeprüfung legte er an der Realschule in Leitmeritz ab, kam danach nach Wien, studierte an der Technischen Hochschule in Wien Architektur und an der Universität in Wien Kunstgeschichte und Philosophie. 1904 beendete er seine Hochschulstudien. 1908 bis 1925 wirkte Holey im Dienste der Denkmalpflege. Als Generalkonservator stieß er auf manche technische Denkmale, die wert waren, dem Denkmalschutz unterstellt zu werden. Hier wendete er schon der Technikgeschichte sein Augenmerk zu. 1908 wurde Holey Dozent, 1915 a. o. Professor und 1925 o. ö. Professor an der Technischen Hochschule Wien, an der er bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand verblieb. 1925 bis 1929 nahm Holey an den Ausgrabungen in Ägypten, zusammen mit Prof. H. Junker, teil. 1927 bis 1929 stand er dem Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein vor, und ebenso 1945 bis 1947.
Holeys vielseitiges Wirken an dieser Stelle ausführlich zu würdigen, ist derzeit nicht möglich. Zum Abschluß sei daher nur erwähnt, daß sein Leben ebenso arbeitsreich w r ie erfolgreich war.