Astrid Weiss
rückt daher zunehmend in den Fokus der wissenschaftlichen Debatte. Es stellt sich die Frage, wie diese neuen Technologien unsere Alltagswelt verändern; welchen Einfluss haben sie auf unsere Handlungen, Bedeutungszuschreibungen und Materialität?
Viele Fragen sind in diesem Zusammenhang offen: Wie wird die Entscheidungskontrolle in Zukunft zwischen Mensch und Maschine aufgeteilt werden? Wie werden kognitive und ergonomische Belastungen im Produktionsbereich der Zukunft ausfallen? Welche Wirkmechanismen liegen erfolgreicher Mensch- Roboter-Interaktion zu Grunde? Mit diesen und ähnlichen Forschungsfragen habe ich mich im industriellen Kontext mit dem Projekt AssistMe beschäftigt. Der Fokus der MRI-Forschung lag hierbei auf der Nutzerjnnen-zentrierten (Weiterentwicklung technischer Systeme in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Endnutzerjnnen. Wir nutzten Methoden der empirischen Sozialforschung zur Anforderungs- und Kontextanalyse der Arbeitsumgebung und führten Evaluierungsstudien mit repräsentativen Endnutzerjnnen durch, sowohl im Labor als auch im Feld. Ziel dieser Studien war neben der Weiterentwicklung der Technologie, die Veränderungen des Arbeitskontexts und der Lebenswelt der Nutzerjnnen zu verstehen.
Meine aktuelle Forschung zu sogenannten Gefährtenrobotern im Rahmen des SharedSpace Projekts befasst sich ebenso wie meine Forschung im Projekt Hobbit mit den Veränderungen der privaten Lebenswelten durch Roboter. Zielsetzung ist die Veränderung von Haushaltsdynamiken, ausgelöst durch den Prototypen Hobbit und den kommerziell erhältlichen Roboter Anki Vector, durch Haushaltsstudien zu untersuchen. Im Folgenden möchte ich diese Projekte als beispielhafte Anwendungsgebiete von MRI-Forschung darstellen.
Das AssistMe Projekt
Im AssistMe Projekt (2015-2017) 44 entwickelten und evaluierten wir verschiedene Interaktionskonzepte für die Programmierung und den Einsatz roboterbasierter Assistenzsysteme, die in einem mehrstufigen, benutzerzentrierten Designprozess gemeinsam mit Nutzerjnnen erarbeitet wurden. 45 Zusammen mit zwei Industrieunternehmen wurden Mensch-Roboter-Kooperationsszenarien in
44 Dieses Projekt wurde finanziert von der FFG (österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) unter dem Titel „AssistMe“ (Projektnummer 848653).
45 Astrid Weiss, Andreas Huber, Jürgen Minichberger u. a.: First application of robot teaching in an existing industry 4.0 environment: Does it really work? Societies 6 (2016) 3, S. 1 -21.
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