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1932: Erstes Heft
Entstehung
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Heinrich Pösendeiner

werkstätte, später von einigen Schmieden ausgeführt wurden, denen sie reichliche Beschäftigung brachten. Die Genossenschaft unterstützte die Bestrebungen der Schmiede zur besseren Ausrüstung ihrer Werkstätten dadurch, daß sie ihnen durch Ausnützung ihres Kredites Maschinen gegen Abzahlung in Raten verschaffte und derart auch als Maschinenbezugsgenossenschaft wirkte. Als Erfolg in dieser Richtung ist zu verzeichnen, daß schon 1914 die meisten Werkstätten mit neuzeitigen Hämmern und Werkzeugen versehen waren; auch bessere Wasserräder und Turbinen wurden in vielen Schmiedewerkstätten eingebaut.

Im Jahre 1902 erfolgte ein für die Weiterentwicklung der Genossenschaft bestimmendes Ereignis. Die früher erwähnte, größte und altberühmte Verleger­firma M. Pfurtscheller geriet hauptsächlich wegen Verschuldung im Erbgange plötz­lich in Geldschwierigkeiten, die schließlich zum Zusammenbruch der Firma führten. Es gelang der Genossenschaft durch Hilfe des Landes Tirol, der Gemeinde Fulpmes und durch den Einsatz des persönlichen Kredites der einzelnen Genossenschafter das gesamte Eisen- und Stahlwarengeschäft der Firma Pfurtscheller zu erwerben; hiezu gehörten ein schönes, großes, altes Haus mit Kanzlei- und Magazinsräumen, ferner ein großes Besteckwerk, mehrere Hammerwerke und eine Verzinnerei. Der Genossenschaft fiel nun der große Kundenstock des Hauses Pfurtscheller zu, und ferner traten ihr alle Schmiede bei, die bisher noch ausschließlich für diese Firma gearbeitet hatten. Zur Fortführung des erweiterten Geschäftes erhielt die Genossen­schaft ein Darlehen durch die staatliche Gewerbeförderung. In den übernommenen Werken waren die Wasserkräfte ungünstig ausgenützt, und die Einrichtungen bis auf jene des Besteckwerkes sehr veraltet. Vom Gewerbeförderungsamte und der Fachschule wurde die Genossenschaft beim Ausbau der Werke, besonders der Wasserkräfte, beraten und von der erstgenannten Stelle durch eine weitere Maschinen­überlassung unterstützt.

Nach einigen Jahren konnte die Genossenschaft das zweite große Verlags­geschäft in Fulpmes ankaufen, womit sie nun nahezu das gesamte Eisengewerbe des Stubaitales in sich vereinigte. Schon 1906 konnte man die günstige Weiter­entwicklung der Genossenschaft als gesichert annehmen; der Absatz stieg stetig, und die Güte der Waren hob sich sichtlich. Die behördliche Förderung der Genossen­schaft konnte nunmehr auf gelegentliche Beratungen eingeschränkt werden.

Die Entwicklung der Genossenschaft ist am besten aus den folgend angeführten Ziffern des Rohstoff- und Warenabsatzes zu entnehmen:

Rolistoffabsatz: Fertigwarenabsatz:

Kronen ö. W. Kronen ö. W.

1898 . 16280 3054

1900 . 30356 45 655

1903 . 154323 245889

1907 . 299 331 554542

1912 . 338900 813026

Die von den gewerbefreundlichen Stellen bis 1907 für den Wiederaufbau der Stubaier Kleineisenindustrie der Genossenschaft zugewendeten Beträge waren verhältnismäßig gering. Aus dem staatlichen Gewerbeförderungskredit erhielt die Genossenschaft ein mit 3% verzinsliches Darlehen von 36000 Kronen und