Die Wiederaufrichtung der Stubaier Kleineisenindustrie.
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457 Geschäftsanteilen zu je 100 Schilling, und die Kapitalsrücklage, der Reservefonds und die Geschäftsanteile betrugen zusammen 622813 Schilling.
Von den Mitgliedern waren 55 Schmiede und Hefterzeuger; diese arbeiteten in ihren Werkstätten selbst mit und beschäftigten außerdem noch 221 Hilfskräfte. In den Genossenschaftswerken waren 36 Arbeitskräfte tätig, der kaufmännische Betrieb der Genossenschaft umfaßte 13 Beamte und 9 Packer.
Schlußfolgerungen.
Die Genossenschaft besteht nunmehr seit 33 Jahren und sie hielt in guten und schlechten Zeiten stand. Ihre Organisation war besonders deshalb so erfolgreich, weil man den Schwerpunkt der gesamten Aktion auf die technische Vervollkommnung der Schmiederei legte und sich vor der Übertreibung des Genossenschaftsgedankens hütete. Die Genossenschaft selbst besorgt hiebei den Einkauf der Rohstoffe und den Vertrieb der von den Mitgliedern in ihren eigenen Werkstätten verfertigten Waren, ferner die vorher geschilderte Erzeugung gewisser Halbfabrikate und schließlich die Einführung neuer Artikel nur so lange, bis sie die Mitglieder selbst anzufertigen vermögen. Für ihre Mitglieder wirkt also die Genossenschaft wie ein uneigennütziger Generälunternehmer, der sie der Sorge um den Einkauf der Rohstoffe und um den Absatz enthebt und ihnen neue Anregungen bringt. Die Genossenschaftsmitglieder sind dagegen verpflichtet, ihre Rohstoffe nur bei der Genossenschaft zu kaufen und ihre Waren ausschließlich für die Genossenschaft zu liefern, wobei für jeden Artikel von Zeit zu Zeit die Übernahmspreise festgesetzt werden. Bezüglich der Herstellungsarten in seiner Werkstätte hat jedes Mitglied vollständig freie Hand, nur wird bei jeder Lieferung die Güte der Waren durch die Genossenschaft strenge geprüft. Dieses Maß von Freiheit hat sich als äußerst wertvoll für die Erhaltung der Arbeitsfreude und der Verbesserungslust der einzelnen Mitglieder erwiesen und sie zu Genossenschaftern mit Persönlichkeitswert herangebildet. Meinungsverschiedenheiten und Streitfälle gab es zwischen der Genossenschaftsleitung und den Mitgliedern im Laufe der Zeit freilich genug, was bei den verwickelten Verhältnissen ganz natürlich ist, aber die Genossenschaftsstellen, nämlich die Leitung, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung, fanden im Zuge der Verhandlungen immer wieder den richtigen Ausgleich. Und so bietet die Geschichte der Wiederaufrichtung der Stubaier Industrie ein höchst lehrreiches Beispiel für die Heilung wirtschaftlicher Schäden durch technische und genossenschaftliche Mittel, wobei im vorliegenden Fall ein dem Aussterben nahes Gewerbe von Grund aus umgestaltet und zu neuem Leben erweckt wurde.