Heft 
1932: Erstes Heft
Entstehung
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Julius Leisching

jeweiligen Gipfelleistungen der zeitgenössischen Technik zu vermerken, um durch derartige und andere einschlägige Forschungsarbeiten eine fortlaufende Geschichte der Technik vorzubereiten, welche namentlich über den Entwicklungsgang in Öster­reich von ihren Anfängen an urkundlichen Aufschluß zu geben hat.

Folgende Einrichtungen dienen insbesondere der Erfüllung dieser Aufgaben:

1. Eine als Zentralnachweis dienende Kartothek über technisch-geschicht­liche Urkunden, über biographische Angaben aus Österreich, über technische Objekte in öffentlichen Museen oder privaten Sammlungen und über die technischen Kulturdenkmale Österreichs.

2. Eine technisch-geschichtliche Bücherei mit einer Urkunden-, Bilder- und Plansammlung im Anschluß an die Bücherei des Technischen Museums für Industrie und Gewerbe in Wien.

3. Vorträge und Veröffentlichungen auf technisch-historischem Gebiete, im besonderen die Herausgabe eines Jahrbuches des Institutes.

Die Erhaltungskosten des Institutes werden durch Bestandsbeiträge öffent­licher und privater Stellen, durch Zuschüsse desVereins zur Förderung des Technischen Museums für Industrie und Gewerbe in Wien und der angegliederten Institute und durch sonstige Einnahmen, wie Erlöse für Arbeiten, Veröffent­lichungen des Institutes u. dergl., aufgebracht.

Ein altes Wendeltreppen-Modell im Salzburger Museum.

Von

Direktor Julius Leisching.

Das Salzburger Stadtmuseum Carolino Augusteum verwahrt in seinerKunst­gewerbehalle das reizvolle Modell einer dreiteiligen Wendeltreppe aus Holz.

Auf viereckigem niedrigem Sockel ruht ein kreisförmiger Unterbau, der in drei Stufen ansteigt und eine hohle, durchbrochene Spindel trägt. Um sie legen sich seltenerweise drei im Kreise ansteigende Wendeltreppen. Ihre Aufgänge sind von der untersten Stufe an getrennt und durch drei ganz gleichartige Geländer flankiert.

Die eigentliche Wendeltreppe zählt auf jeder der drei Läufe je 15 Stufen; die drei obersten enden in gleicher Höhe und laufen sich hier naturgemäß tot, obwohl nach jeder der drei Seiten ein Ausgang vorgesehen ist. Über eine durchbrochene Abschlußwand blickt man auf die nächste Teiltreppe hinüber.

Es handelt sich ja offenbar nicht um das Modell einer irgendwo wirklich aus­geführten Treppe, sondern um eine Art Meisterstück, das phantasievolle Spiel eines erfinderischen Kopfes. Darauf deutet auch die liebevoll in jeder Einzelheit durchgebildete Ausarbeitung. Jede der drei Treppenwangen ist in einer anderen Musterung gehalten: die eine als durchbrochenes Stabwerk, die zweite durch Baluster, die dritte durch eine merkwürdigerweise gotisierende Bandverschlingung.

Die durchbrochen gearbeitete, hohle Spindel ist in ihrem oberen Schaft kanelliert und von einem geschnitzten Palmbaum bekrönt, dessen Blätter kaskaden-