tätigkeit und den Ausstellungsprojekten am Technischen Museum Wien wider. Es erschien daher angebracht, im Rahmen der „Blätter für Technikgeschichte“ erstmals die Zukunft in den Titel eines ganzen Bandes aufzunehmen, und zwar in der Gewissheit, dass die Autorinnen recht unterschiedliche Zugänge zur Thematik wählen würden.
Im ersten der sieben Beiträge beschäftigt sich Tilo Grenz mit der soziologischen Vergegenwärtigung von Zukunft ausgehend von der Frage, welchen Stellenwert die Zukunft in der Soziologie hat. Er konstatiert, dass die Zukunftsorientierung zur menschlichen Existenz gehört und als soziales Phänomen immer orts-, zeit- und perspektivengebunden ist und erarbeitet den Umgang mit der Zukunft in der Soziologie als Wissenschaft, bringt Fallbeispiele aus dem Bereich der vermeintlich zukunftsträchtigen App-Anwendungen, die uns mehr Auskunft über das Zukunftsverständnis unserer Gegenwart geben.
Florian Bettel blickt in die Zukunftsszenarien der Vergangenheit, die auch heute noch Assoziationen mit Science-Fiction hervorrufen. Er spannt den Bogen von ersten Ideen pneumatischer Bahnen, die Mitte des 19. Jahrhunderts auch realisiert wurden, sich für den Personenverkehr aber nicht etablierten, bis hin zu heutigen Überlegungen des „Hyperloop“.
Mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt sich Christian Stadelmann in seinem Artikel. Er analysiert die Diskussionen um Kl und unterschiedliche „intelligente Systeme“ und geht dabei historisch bis ins 1 8. Jahrhundert zurück. Letztendlich wurden Zukunftsprognosen und Hypothesen zumeist von der tatsächlichen technischen Entwicklung beziehungsweise der Realität im Lauf der Zeit ein- oder besser gesagt überholt, wie etwa das Beispiel des Schachcomputers zeigt.
Die Industrie als Zukunftsmotor für neue Technologien in Österreich versucht Hubert Weitensfelder zu lokalisieren. In Rück- und Ausblicken skizziert er diese Entwicklung ab 1918; spricht von hype cycles, blickt in die Vergangenheit von Zukunft und erörtert zeitgenössische Diskurse sowohl innerhalb der Technikerriege als auch der breiten Bevölkerung, die zunehmend Mitsprache bei relevanten Themen, wie der friedlichen Nutzung von Atomkraft, der Entwicklung von Computern und Kybernetik, Robotern und Fertigungstechnik in Österreich, fordert.
Peter Payer berichtet von der Dresdner Ausstellung im Jahr 1928, die die „Zukunft der Stadt“ zum Thema hatte. Hier wurden ideale Stadtentwürfe (die Technische Stadt) sowie das Kugelhaus als moderne zukunftsweisende Bauform
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