Heft 
2018: Band 80 (2018): Zukunft
Entstehung
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Einführung

Die Zukunft: Sie ist im Nachdenken über Technik und Technikgeschichte all­gegenwärtig, doch waren diese Zukunftsvisionen meist implizit und selten Ge­genstand der Reflexion. Lange Zeit erfolgte der Blick auf die technischen Ent­wicklungen der Vergangenheit im Vertrauen auf die stete Weiterentwicklung in Gegenwart und Zukunft. Der Glaube an den technischen Fortschritt bot schon seit längerem eine wesentliche Orientierung sowohl hinsichtlich der eigenen zeitlichen Verödung in der Gegenwart als auch hinsichtlich der Erwartungen an die Zukunft. Das Schwinden dieser Gewissheiten scheint ein neueres Phäno­men, wie sich auch anhand der Geschichte dieser Zeitschrift erkennen lässt. Der erste der nunmehr 80 Bände derBlätter für Technikgeschichte ist im Jahr 1932 erschienen. Betrachtet man die Titel der seither veröffentlichten Beiträge, so scheinen bestimmte Stichwörter immer wieder auf, darunterGeschichte, Entwicklung,Werdegang undGedenken. Da wurde auf Anfänge zurück­geblickt und auf meist personenbezogene Jubiläumsdaten Bezug genommen. In jedem Fall wurde über Vergangenes berichtet, meist mit einem zeitlichenSi­cherheitsabstand, der ein qualifizierteres Urteil zu erlauben schien. Andere Zei­ten stellten keine Perspektive dar.

Seit etwa 1990 änderten sich die Themen in denBlättern deutlich; nun wurden vermehrt Überlegungen über das Fach Technikgeschichte und über seine Bezie­hungen zu anderen Disziplinen angestellt. Eine Reihe von Autorinnen verließ die überkommenen Wege, viel Neues wurde angedacht. Darüber hinaus erschienen einige Bände, die aktuelle Entwicklungen im Technischen Museum aufgriffen. In mehrfacher Hinsicht erfolgte eine nähere Hinwendung zur Gegenwart.

Seit 2010 sind die Jahresbände bestimmten Themen gewidmet: den Textilien, der Arbeit, der Chemie, der Mobilität, den Materialien und der materiellen Kultur. Bemerkenswert ist, dass erst im Doppelband 75/76 (2013/14) ein Beitrag auf­tauchte, dessen Verfasser den BegriffZukunft aufgriffen und sich unter dem TitelIn the Year 2525 konkret mit der Zukunft des Verkehrs befassten - aller­dings ging es dabei um Zukunftsbilder früherer Jahrzehnte. In einem weiteren Artikel im darauf folgenden Band wurden die Seltenen Erden im Titel alsum­kämpfte Rohstoffe für Gegenwart und Zukunft charakterisiert. Doch war auch in diesem Fall nicht die Rede von zukünftigen Entwicklungen.

Das vergangene Jahrzehnt hat in historiografischer Sicht dem Blick auf die Zu­kunft eine gewisse Konjunktur beschert. Das spiegelt sich auch in der Sammel-

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