Florian Bettel
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Abb. 8 „Das Telegraphiren von Personen keine Fabel mehr!“ Quelle: Fliegende Blätter, 24 (1856), S. 1 28
1856 war der kurze internationale Boom der atmosphärischen Eisenbahn bereits vorüber. Die in den 1840er-Jahren in England, Irland und Frankreich errichteten Strecken waren zum Teil bereits wieder geschlossen und demontiert. Die satirische Darstellung konnte dennoch voraussetzen, dass die Funktionsweise einem breiteren, nicht notwendigerweise technisch geschulten Publikum bekannt war. Dies deutet darauf hin, dass die Idee der pneumatisch angetriebenen Eisenbahn nicht nur in technischen Journalen behandelt wurde, sondern Teil der Populärkultur war.
Die 1860er-Jahre lösten mit der urbanen pneumatischen Bahn eine erneute Hochkonjunktur der lokomotivlosen Antriebstechnik aus. Ihre Geschichte ist parallel zur Geschichte der ersten städtischen Untergrundbahnen zu lesen, für die eine Alternative zur Dampfmaschine dringend notwendig schien (Abb. 9). 56 Die Berichte über die Experimente mit der pneumatischen Bahn wurden zu einem internationalen Medienphänomen, die Kommentare versprachen ihr eine große Zukunft.
Beachs Versuch, die Popularität der Erfindung Ende der 1860er-Jahre in einem erfolgreichen Unternehmen aufgehen zu lassen, war der wohl prominenteste Mediencoup dieser Zeit. Der Wiener Ingenieur Franz Felbinger (1844-1906) griff Beachs mediale Taktik auf und es gelang ihm, aus einem Bluff Kapital zu schlagen: Felbinger wurde 1874 vom k.k. Handelsministerium beauftragt, die Stadtrohrpost in Wien zu errichten sowie die notwendigen Empfangs- und Sendeapparate zu liefern. 57 Die Durchführung des Auftrags mit staatlich gesichertem Kapital war keine Selbstverständlichkeit für den 30-jährigen Zivilingenieur, der
56 Florian Bettel: Eroberung des Untergrunds. Das Projekt der pneumatischen Leichenbeförderung zum Wiener Zentralfriedhof von 1 874. Dissertation, Wien 2010, S. 1 69-1 81.
57 ÖStA, HM Telegraf Index 1874, Band 1009.
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