Florian Bettel
Schlussbetrachtungen
Fantastische Orte, die Traum oder Albtraum der Moderne Raum bieten sollten, waren im 19. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich topografisch entrückt. Entlang der Geschichte der pneumatischen Bahn lässt sich zeigen, dass Ingenieure die Zukunftsversprechen, die mit technischen Innovationen einhergingen, zu kommerzialisieren wussten. Das pneumatische Transportsystem schaffte es aus dem technischen Diskurs schon bald in die Populärkultur und erlangte entsprechend breite Bekanntheit. Eine tatsächliche Anwendung fand die pneumatische Bahn jedoch nie. Weit in die Zukunft gerichtetes Fortschrittsdenken, so könnte man formulieren, wurde zusehends warenförmig; Utopie und Dystopie traten im 1 9. Jahrhundert in das Zeitalter ihrer kommerziellen Verwertung ein.
In der Populärkultur zeigt sich zudem, dass sie die Unbedingtheit des technischen Fortschritts durchaus satirisch zu brechen vermochte, wie beispielsweise in Darstellungen wie „March of Intellect“ sowie in den Fliegenden Blättern - oder aber in der Form, wie im Spiel „Fortschritt“ vermittelt wurde, denn die Ver- zeitlichung der Utopie am Spielbrett stellte eine besondere erzählerische Form dar; ein linearer Lauf der Geschichte war nicht zu spielen.
Würde man heute „Jeux fin de siede“ neu auflegen, so fände sich Pierces Vision eines Transportsystems, das Kapseln in metallenen Röhren scheinbar unendlich zu beschleunigen vermochte, am Spielbrett wieder: Am Horizont des dämmernden 21. Jahrhunderts würde sich wohl im finalen Feld ein Rendering des futuristischen Hyperloop abzeichnen.
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