Aufsatz 
Ware Zukunft - Erzählung und Kommerzialisierung von Fortschrittsdenken im 19. Jahrhundert / Florian Bettel
Entstehung
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Ware Zukunft

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Abb. 11 Pneumatische Bahn im „Jeuxfin de siede“

Quelle: Sammlung Adrian Seville, 439, www.giochidelloca.it/scheda.php?id=439

Der bewusste Einsatz von Technik als Protagonistin in der Erzählung am Spiel­brett lässt sich in vielen weiteren Beispielen zeigen. Die fantastischen Innovatio­nen der historischen Gegenwart, wie beispielsweise die Fahrt mit Montgolfieren in „Le Nouveau Jeu des Ballons Aerostatiques ä l’Usage des Esprits Eleves“ 87 , erschienen bereits 1784, oder ein Radrennen zwischen Frauen und Männern in „Game of Bicycle Race“ 88 , erschienen 1891, waren sensationell genug, um den Verkauf der Ware „Spiel“ zu fördern. Mit der Projektion der technischen Möglichkeiten in die Zukunft, wie eben in „Jeux fin de siede“, verhielt es sich ebenso. Am Spielbrett, beim Versuch, sich die Zeit zu vertreiben, ließen sich die Spieler/innen ein Stück weit mitnehmen; sie unterwarfen sich den Regeln und dem Zufall. 89 Auf der Reise durch das 19. Jahrhundert passierten die Spieler/ innen Felder mit technischen Innovationen, signifikanten Weltausstellungen und gigantischen Infrastrukturprojekten. Wenn sie jedoch, bereits das Ziel vor Au­gen, auf dem vorletzten Feld landeten, so mussten sie - einer besonders perfi­den Regel geschuldet - „Jeux fin de siede“ neu beginnen.

87 www.giochidelloca.it/scheda.php7icN1 277 (14.2.2018)

88 www.nyhistory.org/exhibit/game-bicycle-race (14.2.2018)

89 Stefan Poser versteht unter „Zeitgebundenheit des Spiels“ das Berücksichtigen der Entste­hungskontexte der Spiele in der historischen Analyse. Stefan Poser: Glücksmaschinen und Ma­schinenglück. Grundlagen einer Technik- und Kulturgeschichte des technisierten Spiels. Bielefeld 2016, S. 315-319.

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