Azra Korjenic, Anna Vaskova
Gebäude, Umwelt und die Herstellung der Baustoffe
Die Herstellung von Baumaterialien kann oft energieintensiv sein (komplexe Prozesse, hoher Energieaufwand für Brenn- und Trocknungsprozesse usw.) und kann dadurch negative Einflüsse auf die Umwelt (Staub, Abfälle, C0 2 usw.) haben. Als Hauptursache der globalen Erwärmung ist, neben anderen Treibhausgasen, der steigende C0 2 -Gehalt in der Atmosphäre anzusehen. Daher müssen die Nutzung von fossilen Energieträgern für die Herstellung von Baumaterialien, der Energieverbrauch im Laufe des Bau- bzw. Sanierungsprozesses sowie die Energieversorgung für die Gebäudenutzung und der Energieverbrauch beim Recycling auf ein Minimum reduziert werden. Erfreulicherweise gibt es auch Bauprodukte, die sogar bislang nicht nutzbare Abfallprodukte anderer Produktions- oder Recyclingprozesse nutzbar machen. Beispielsweise wird das Wärmedämmmaterial Glasschaumschotter aus den verunreinigten, im Glasflaschenrecycling nicht mehr nutzbaren Glasabfällen, produziert.
Für die Erfassung der ökologischen Aspekte des Herstellungsprozesses von Produkten gibt es international vereinbarte Methoden der Erfassung und der Produktdeklaration. Dabei wird der gesamte In- und Output des Produktionsprozesses erfasst und ökologisch bewertet. Das hilft bei Auswahlentscheidungen und dem/r Herstellerln, seine/ihre eigenen Produktionsprozesse ökologisch zu optimieren. Eine derartige Produktdeklaration ist zwar einerseits hilfreich für das Marketing, verursacht aber andererseits Kosten, eine Offenlegung des gesamten Produktionsprozesses und betrifft technisches Know-how und Produktionsgeheimnisse ebenso wie die Bekanntgabe der Lieferanten von Vorprodukten. Es gibt aber auch Produkte, deren Herstellungsprozess, z. B. durch je nach Anfall wechselnd großer Anteile von Recyclingmaterial, permanent variiert. Daher wird diese Deklaration derzeit eher zögerlich vorgenommen.
Optimal wäre die ausschließliche Verwendung von Materialien, die nach der Nutzung im Gebäude wiederverwertet werden können. Dieses Konzept „Cradle to Cradle“ (C2C - Von der Wiege bis zur Wiege) wird nun schon seit 2002 immer weiterentwickelt. 9
Auch dafür gibt es inzwischen ein eigenes Zertifizierungssystem nach den Kriterien:
• Materialhygiene
• Wiederverwendung von Materialien
9 http://www.desso.ch/c2c-corporate-responsibility/cradle-to-cradle/ (5.2.2018)
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