Aufsatz 
Zukunftsorientiertes und innovatives Bauen / Azra Korjenic, Anna Vaskova
Entstehung
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Azra Korjenic, Anna Vaskova

Mischungen, mit und ohne Naturfaser), Kalk, Nawaro, Diffupor etc. hat ergeben, dass die Holzfeuchte langfristig (bei den angenommenen Randbedingungen) nicht über 20 Masseprozent steigen wird.

Städte der Zukunft - Gebaute Umgebung und Wirkung grüner Freiräume

Wachsende und dichter bebaute Städte, viele Verkehrsflächen und Materialien, die die sommerliche Wärme speichern, bewirken eine Temperaturerhöhung in den Städten, die durch den Klimawandel zukünftig noch verstärkt werden wird. Durch den hohen Anteil versiegelter Oberflächen ist in Städten die Verduns­tung reduziert während gleichzeitig die Sonneneinstrahlung auf Gebäude- und Straßenoberflächen gespeichert wird. 11 Dies führt zur Ausbildung von urbanen Hitzeinseln, d. h. die Temperaturen können zum Teil erheblich über denjenigen in Umlandbereichen liegen. Sommerliche Hitze kann zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität und des Wohlbefindens der Bevölkerung führen, bis hin zu ge­sundheitlichen Folgen, insbesondere für vulnerable Gruppen wie alte oder kran­ke Menschen und Kinder. Das urbane System ist in Zukunft - aufgrund weiterer Zunahme der Durchschnittstemperaturen und durch erhöhtes Auftreten von Extremereignissen wie Hitze, Hochwasser und Dürre - darauf angewiesen, an Resilienz zu gewinnen, um die Lebensqualität der Bewohnerinnen zu sichern. 12 Das ideale Stadtklima ist definitionsgemäß ein zeitlich und räumlich variabler Zustand der Atmosphäre, bei dem sich tunlichst keine anthropogen erzeugten Schadstoffe in der Luft befinden und den Stadtbewohnerlnnnen eine möglichst große Vielfalt an atmosphärischen Zuständen und damit der urbanen Mikro­klimata unter Vermeidung von Extremen geboten wird. 13 Das städtische (Mik­roklima ist vor dem Hintergrund des Klimawandels als äußerst sensibel und störungsanfällig anzusehen. Durch die spezielle räumliche Situation mit vielen

11 Erich Mursch-Radlgruber, Heidelinde Trimmei, Thomas Gerersdorfer: Räumliche Differenzierung der mikroklimatischen Eigenschaften von Wiener Stadtstrukturen und Anpassungsmaßnahmen. Ergebnisse kleinklimatischer Messungen. Teil 2 der StudieRäumlich und zeitlich hoch aufgelös­te Temperaturszenarien für Wien und ausgewählte Analysen bezüglich Adaptationsstrategien, 2009. Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung (MA 27), 91.

12 Karl W. Steininger, Martin König, Birgit Bednar-Friedl u. a.: Economic Evaluation of Climate Change Impacts: Development of a Cross-Sectoral Framework and Results for Austria, [o. O.] Schweiz 2015; Stadtentwicklung Wien, Magistratsabteilung 18 - Stadtentwicklung und Stadt­planung (Hg.): STEP 2025 Stadtentwicklungsplan Wien, Wien 2014, online unter: https://www. wien.gv.at/stadtentwicklung/studien/pdf/b008379a.pdf (5.2.2018)

13 Klaus Ermer, Renate Hoff, Rita Mohrmann: Landschaftsplanung in der Stadt. Stuttgart 1996.

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