Aufsatz 
Zukunftsorientiertes und innovatives Bauen / Azra Korjenic, Anna Vaskova
Entstehung
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Zukunftsorientiertes und innovatives Bauen

Abb. 1 Der Öko-Prüfstand der TU Wien (außen / links und innen / rechts), © TU Wien

MS

qualität und des Wohnkomforts bei­trägt.

Im Rahmen eines Forschungspro­jektes wurde an der TU Wien, im dritten Wiener Gemeindebezirk (Labor Aspanggründe, Adolf-Bla- mauer-Gasse 3), ein Testgebäude (Öko-Prüfstand) errichtet, das aus­schließlich aus natürlichen Materia­lien besteht und die Grundlagen für verschiedenste Untersuchungen, Optimierungen und Entwicklungen von ökologischen Materialien und Baukonstruktionen bietet. Die Tragkonstruk­tion ist aus Holz, gedämmt und ausgefacht wird mit Strohballen, für den Aufbau der Wände wurden hauptsächlich Lehm und Kalk eingesetzt. Die Fassade wird teilweise mit Pflanzen begrünt, wie in Abbildung 1 und 2 zu sehen ist.

Auch ein innovatives Photovoltaik-System wird getestet, das gemeinsam mit der Fassadenbegrünung eingesetzt wird: Ein Teil des Lichts wird von der Photovol­taikanlage zur Stromerzeugung genutzt, der Rest dringt hindurch und bestrahlt die Pflanzen dahinter. Die Analyse der Witterung ausgesetzten Holztragstruktur des Forschungsprüfstandes hat nach drei Jahren ergeben, dass Holzkonstruk­tionen in Verbindung mit ökologischen diffusionsoffenen Putzsystemen und Strohballenbauweise dauerhaft eingesetzt werden können. Alle durchgeführten Messungen der Holzfeuchte lagen unter 20 Masseprozent. Auch die hygrother- mische Simulation mit den verschiedenen Außenputzen Lehm (in verschiedenen

Abb. 2 Öko-Prüfstand - Fassade mit Begrünung und PV Modulen, © TU Wien

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