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2018: Band 80 (2018): Zukunft
Entstehung
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Selber machen

Jonathan Voges von der Universität Hannover schaffte es mit seiner mittlerweile erschienenen umfangreichen und preisgekrönten Dissertation in die Feuilletons derFrankfurter Allgemeinen Zeitung und der HamburgerZeit. 1 Die Aufsätze umfassen ein weites Spektrum, beispielsweise die Wiederent­deckung der Handspinnerei, den Selbstbau von Musikinstrumenten sowie von hölzernen Masken und Möbeln, Konzepte desurban farming und das Ver­hältnis desmaker movements zum 3D-Druck. Christian Schönholz als Be­arbeiter des letztgenannten Themas schildert zunächst die Entstehung der Maker-Bewegung, die am Beginn dieses Jahrhunderts in den USA entstan­den ist. Nach ihrem Vorbild gründeten Vertreter jener Szene, die man hierzu­lande früher gerne als Bastler oder Tüftler bezeichnet hat, auch in europäi­schen Ländern eine Reihe sogenannterFabLabs, und vernetzten sich mit derRepair-Bewegung, die ihren Ausgang in den Niederlanden nahm. Ein in diesen Kreisen verbreitetes und viel propagiertes Gerät ist der 3D-Drucker, mit dessen Hilfe auf Basis einer Computersteuerung Schicht für Schicht Ma­terial aufgetragen und somit buchstäblich ein vorprogrammierter Gegenstand erzeugt wird. Die Anfänge solcher generativer Fertigungsverfahren reichen in die Mitte der 1980er-Jahre zurück, erst seit relativ kurzer Zeit sind 3D-Dru- cker auch für größere Käuferschichten leistbar. Innerhalb der Maker-Bewe­gung verbindet sich mit dem 3D-Druck der Anspruch, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts dominierte Massenproduktion gleichartiger Gegenstände durch individuell gefertigte Produkte zu ersetzen und dabei auch die Produktion aus den Fabriken in die Haushalte zu holen. Christian Schönholz wirft einen sehr nüchternen Blick auf diesbezügliche Prophezeiungen. Die gerne angesagte Revolution durch den 3D-Druck, so meint er, scheitere bislang am hohen Zeit- und Materialaufwand, an der eher geringen Größe der herstellbaren Objekte und am Umstand, dass die zur Fertigung verwendeten Werkstoffe - meistens Kunststoffe - beim derzeitigen Stand der Technik keine längere Haltbarkeit der Produkte gewährleisten können.

Einen witzigen Zugang finden Benjamin Eugster und Richard Schwarz unter dem sperrigen und ironisch gemeinten BeitragstitelVorgelagerte Selbster­mächtigung. Autoethnographie einer dinglich-digitalen Bastelübung. Die Au­toren reflektieren über ihre Erfahrungen mit Anleitungen zum Gebrauch eines Arduino und einesRaspberry Pi, zwei recht bekannten elektronischen Arte­fakten, die einfache Schritte des Programmierens ermöglichen; sie beschreiben

1 Jonathan Voges: Selbst ist der Mann. Do-it-yourself und Heimwerken in der Bundesrepublik Deutschland. Göttingen 2017.

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