Patente Frauen
auf Entwicklungen und Errungenschaften von Technikerinnen und Wissen- schaftlerinnen hin und soll gleichzeitig einen persönlichen Bezug zu Technik und Technikgeschichte hersteilen. Zusätzlich wurde im Museum eine „Frauengalerie“ installiert, die Lebensgeschichten von Frauen skizziert und mit den ausgestellten Objekten verknüpft. Dabei kann es sich um Artefakte der Urheberin oder um Stellvertreterinnenobjekte handeln.
Jede der Frauenbiografien im Museumsrundgang und der „Frauengalerie“ wirft einen Blick auf die Position der Frau in ihrer Zeit, ihr soziokulturelles Umfeld und ihre Bildungsmöglichkeiten. So wendet sich das Museum ab von einer traditionellen Geschichte des vermeintlich männlichen Erfindergeistes und präsentiert eine von Frauen maßgeblich gestaltete Technikgeschichte.
In ihrer Erweiterung 2019 widmet sich die „Frauengalerie“ der Arbeit und (Aus-) Bildung von Frauen, greift aktuelle Fragen auf und bietet so eine neue Perspektive auf die Ausstellungen. Seit 100 Jahren steht Frauen in Österreich ein Studium an den technischen Universitäten offen, noch immer sind technische Berufe aber männlich dominiert. Welche Rolle spielt Geschlecht für Arbeit und Bildung - heute, in Vergangenheit und Zukunft?
Acht Erfolgsbeispiele in der „Frauengalerie“ des Technischen Museums Wien
Ada Lovelace
Bereich medien. weiten / Ebene 4
Bereits im Alter von vier Jahren wurde Augusta Ada Byron (1815-1852) u. a. in Mathematik unterrichtet. Da der Zugang zu Bildung im viktorianischen England Männern Vorbehalten war, konnten Frauen nur im häuslichen Bereich lernen. Ada Byron lernte den Mathematiker Charles Babbage kennen, der zur exakten Berechnung von Zahlenreihen Rechenmaschinen entwarf und arbeitete mit ihm an seinen Studien - auch zur programmgesteuerten „Analytical Engine“. Lovelace, wie sie nach ihrer Hochzeit hieß, übersetzte eine Beschreibung der „analytischen Maschine“ und stellte dabei eigene Überlegungen an, welche Probleme mit ihrer Hilfe zu lösen wären und auf welche Weise die Operationen organisiert werden müssten. Aufgrund dieser Arbeit wird Lovelace heute als erste „Programmiererin“ bezeichnet.
Objekt: Rechenmodul (Replik): Babbage Difference Engine No. 2 Trial Piece, Science Museum London, 1994 | Inv.-Nr. 29003
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