Aufhaltsamer Aufstieg
Juliane Mikoletzky
Aufhaltsamer Aufstieg. Die Anfänge der technischen Frauenbildung in Österreich
Die Vorstellung, dass „Frauen“ und „Technik“ irgendwie nicht zueinander passen, scheint immer noch tief verankert in den Köpfen, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung. Daran hat auch die Tatsache nicht viel geändert, dass Frauen längst in technischen Berufen und in den technischen Wissenschaften präsent sind, wenn auch immer noch als Minderheit. Österreich gehört dabei im EU-Vergleich zu den Schlusslichtern hinsichtlich des Frauenanteils an Techni- kerjnnen, und die Verhältnisse bewegen sich hier nur sehr langsam. 1 Zwar wurden, ebenso wie in den anderen europäischen Staaten, in den letzten Jahrzehnten vielerlei Anstrengungen unternommen und Förderprogramme gestartet, um Mädchen und junge Frauen für die Technik als Studium und als Beruf zu begeistern, aber die durchschlagenden Erfolge sind bisher ausgeblieben. So verzeichnete die größte österreichische Universität technischer Richtung, die TU Wien, für das Studienjahr 2018/19 immer noch einen Frauenanteil unter den Studierenden von nicht einmal 30 Prozent (8106 Frauen, das sind 28,8 Prozent bei insgesamt 28.120 Studierenden). 2 Davon waren allein 3219 Hörerinnen, also knapp 40 Prozent, an der Fakultät für Architektur und Raumplanung inskribiert. In den „klassischen“ Ingenieurfächern wie Maschinenbau (271, davon 33 Frauen = 1 2,2 Prozent) oder Elektrotechnik (294, davon 38 Frauen = 12,9 Prozent) war ihre Zahl weiterhin sehr gering, und selbst in zukunftsträchtigen Studienrichtungen wie der Informatik lag ihr Anteil 2018 nur bei 15 Prozent -
1 Vgl. European Commission: She Figures 2018, March 2019, unter: https://ec.europa.eu/info/ publications/she-figures-2018_de (1.8.2019); siehe auch das Interview mit Brigitte Ratzer in: Marion Krammer, Margarethe Szeless, (Hg.): 1919 - 2019. 100 Jahre Frauen an der Technischen Universität Wien, Wien 2019, S. 170-1 77.
2 Vgl. dazu zuletzt die Übersichten bei: Krammer, Szeless, siehe Anmerkung 1, sowie die Daten bei der Plattform uni:data, unter: https://unidata.gv.at/Pages/XLCubedReport.aspx?rep=%40j0Kkuoka- NURIMrJYWI FL3E5iCeX8TXx4DlshoHmlb2p5M°/o2bdQr5nRC5FqHAXWKdOvHr7yZPIjK- V 1 ukEw6hsWcEFZ9rFrxykNq4qD7d2°/o2boPjFdeABx7Ms8jEL3RntrFdfWeBbKDE7ZsQL7G- pOIN58GGOPNo8Nmn6Nu6WuUOrGibhxEd2qZcl_4BBA 0 /o3d 0 /o3d&embedded=SharePo- int&toolbar=true (1.8.2019)
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