Ana Daldon
duktion und Konsum von Pink, 3) pinke Traditionen, 4) Widerstände gegen Pink, 5) „Your pink story“ - in diesem Abschnitt können die Besucherinnen ihr persönliches Verhältnis zu dieser Farbe wiedergeben und den Erwerb bestimmter Objekte durch das Museum vorschlagen.
Durchgehende Fragestellungen sind dabei etwa die genderspezifischen Kon- notationen von Pink und, damit im Zusammenhang, die Bedeutung der Farbe in vergangenen und gegenwärtigen Konstellationen von Macht. Damit wird auch deutlich, dass es nicht einfach um die Thematisierung einer Farbe geht. Mitgedacht wird vielmehr auch der Umstand, dass den Menschen bis zur Industrialisierung lediglich Farben zur Verfügung standen, die aus natürlichen Ingredienzen gewonnen wurden. Manche Farbtöne waren aufgrund ihrer knappen Verfügbarkeit nur für gesellschaftlich höherstehende Gruppen vorgesehen, ihr Besitz signalisierte Macht und eine Abgrenzung nach unten. Mit dem Aufkommen synthetischer Farben vervielfältigten sich die Palette und auch die Möglichkeit an Farbkombinationen. Durch diese „Demokratisierung“ der Farben verschwanden viele traditionelle Bedeutungen und wurden durch andere abgelöst. Diese ausgeprägten Änderungen in der Produktion von Farben und damit auch im Verständnis des Phänomens „Farbe“ sind eine gute Voraussetzung, dieses Thema auch in einem technischen Museum aufzugreifen.
Sammlungsaufrufe „Wem gehört PINK?“ und „Wem gehört(e) PINK?“
Um den Gebrauch dieser Farbe zu dokumentieren, wurde auf der TMW-Web- site ein Sammlungsaufruf mit dem Titel „Wem gehört PINK?“ gestartet.
Die Beschäftigung mit einer konkreten Farb-Konvention eröffnet im Museum auch die Möglichkeit, in der Objektdatenbank eine neue Praxis bei der Beschreibung, Beschlagwortung und Dokumentierung zu installieren. Die historischen Bestände - zum Beispiel Mustertafeln, Papiere, Textilien, Gläser - mit einem Schwerpunkt vom 19. Jahrhundert bis in die Zwischenkriegszeit bieten reichliches Material für eine Erzeugungs- und Rezeptionsgeschichte von Farben wie Rosa und Pink.
In diesem Zusammenhang hat das TMW außerdem einen Sammlungsaufruf für österreichische Museen durchgeführt, und zwar unter dem Titel „Wem gehört(e) PINK?“. Ein mögliches Ziel wäre, in einer zukünftigen Schau die Geschichte von Pink und Rosa in Österreich zu erzählen. Wie bereits kurz erwähnt, wird „pink“ in anderen Sprachen tendenziell als „rosa“ bezeichnet. Dementsprechend ha-
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