22 Diese Schlüsselunterlagen legen fest, was jeder Schlüssler vor Inbetriebnahme seiner Enigma einzustellen hat. So muss er zunächst sechs bestimmte„Steckerverbindungen“ an den Buchsen des Steckerfelds herstellen. Dann hat er den Maschinendeckel der Enigma zu öffnen und die Walzen in einer bestimmten Reihenfolge in die Maschine einzusetzen(„Walzenlage“). Ebenfalls nach den Vorgaben ist die„Ringstellung“ einzustellen. Diese bezieht sich auf den Beschriftungsring, den jede Walze besitzt. Er umschließt die Walze und erlaubt die Beschriftung, die von 01 bis 26 reicht(von A bis Z bei der Marine-Enigma), in jede beliebige Stellung zu drehen. Die Ringstellung verändert die Beschriftung gegenüber dem mit den Verdrahtungen versehenen Walzenkern. Sie berührt damit den elektromechanischen Verschlüsselungsprozess an sich nicht, verschleiert jedoch die geltende Schlüsseleinstellung und erschwert dadurch Entschlüsselungsversuche durch Außenstehende erheblich. Nach Einstellung der Ringe ist der Maschinendeckel zu schließen und an den Walzen die so genannte„Grundstellung“ einzustellen. Dazu sind die Walzen an ihren Kämmen, die durch den Maschinendeckel ragen, solange weiterzudrehen, bis die in den Schlüsselunterlagen verlangte Stellung, beispielsweise B-C-A, in den im Deckel eingelassenen Sichtfenstern zu sehen ist – also die entsprechenden Ziffern 02-03-01. Als 8 Schlüsselwalze mit Ring und Übertragskerbe
Dokument
Geheimsache Enigma : Geschichte und Kryptologie der legendären
Verschlüsselungsmaschine : / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch
Seite
22
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten