37 Die Verkabelung der Welt Ausgehend von London setzen Bemühungen ein, die Britischen Inseln an den europäischen Kontinent anzubinden. Die Gesellschaft der Brüder Jacob und John W. Brett verlegt 1850 ein erstes Seekabel durch den Ärmelkanal. Zwar bricht schon nach kurzer Zeit die Verbindung ab, doch folgt im Jahr darauf ein neues, besser isoliertes und verstärktes Kabel, das anstandslos arbeitet. Es folgen Seekabel nach Holland, Belgien und Irland. Gleichzeitig entfaltet sich am Kontinent ein weiträumiges telegrafisches Netzwerk. Immer mehr deutsche Staaten treten als„wirkliche Mitglieder“ dem Deutsch-Österreichischen Telegraphenverein bei, nicht deutsche Nachbarstaaten können sich vertraglich an den Verein binden. 1 Der DeutschÖsterreichische Telegraphenverein schließt sich zudem mit den Ländern Frankreich und Belgien zusammen, die Ende 1855 mit der Schweiz, Sardinien und Spanien eine westeuropäische Telegrafenvereinigung bilden. 2 Anbindungen der Türkei und Russlands an das europäische Netz folgen. Um Nordamerika zu erreichen, werden Nachrichten zunächst vom europäischen Festland via Seekabel nach Liverpool telegrafiert, von dort mit einem Dampfschiff in tagelanger Fahrt nach New York oder ins kanadische Halifax gebracht und von dort wieder per Telegraf weiter an die gewünschte Zieladresse übermittelt. Angesichts der Tatsache, dass die Schiffspassage sehr viel Zeit kostet, werden Pläne entwickelt, Europa durch ein Seekabel direkt mit Nordamerika zu verbinden. Es ist ein Vorhaben, das anfangs ob seiner Gigantomanie belächelt wird, doch halten einige Visionäre daran fest, darunter der amerikanische Fabrikant Cyrus W. Field und der britische Telegrafeningenieur John W. Brett. Field gründet eine Gesellschaft, die von Halifax aus, teilweise über Land und teilweise durch das Meer, eine Telegrafenverbindung an die Ostküste Neufundlands herzustellen beginnt. Dort soll das eigentliche Atlantikkabel andocken. 3 Für die Atlantikquerung ist ein Kabel mit einer siebendrähtigen Kupferseele und einer Isolierung aus dem wertvollen Guttapercha vorgesehen, ummantelt mit geteertem Hanf sowie achtzehn Eisendrahtlitzen zur Ver13 Zum entsprechenden Tarif sind jetzt Orte in ganz Europa und selbst in Amerika telegrafisch erreichbar.
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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