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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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38 14 Einige Zentimeter Transatlantikkabel samt Echtheitszertifikat in Holz­schatulle, vertrieben durch den New Yorker Juwelier Tiffany. stärkung. Für die Küstenbereiche, wo das Kabel unvergleichlich größeren Belastungen durch die Gezeiten wie durch Schiffsanker und Schleppnetze ausgesetzt ist, erhält es eine noch deutlich massivere Verstärkung. Zur Verlegung des Kabels wählt man eine Route durch den Atlantik, die der US-amerikanische Marineoffizier und Hydrograf Matthew Fontaine Maury gefunden hat. Maury hat durch unzählige Lotungen den Atlan­tischen Rücken entdeckt, den er in einem Artikel sinnigerweiseTele­graphen-Plateau nennt, weil er sich für eine Kabelverlegung geradezu anbietet. Auf der rund 3.000 Kilometer langen Strecke zwischen Irland und Neufundland beträgt die Tiefe relativ konstant zwischen 2.700 und 3.600 Meter. Die Verlegung eines Seekabels erscheint dort denkbar. 4 Im Sommer des Jahres 1857 erfolgt ein erster Versuch. Da es kein Schiff gibt, das die Kabelmenge transportieren kann, die für eine Atlantikque­rung nötig ist, kommen zwei der größten Dampfschiffe ihrer Zeit zum Einsatz, der US-amerikanische Dampfer Niagara und der britische Aga­memnon . Die beiden Dampfer stechen von Irland aus in See und die Besatzung des Niagara beginnt, das an Bord gebunkerte Kabel auszule-