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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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72 28 Ausnutzung der Leitungskapazität durch den Vierfachtelegrafen von Meyer. stundenlange Wartezeiten in Kauf zu nehmen gewesen. Die Errichtung zusätzlicher Annahmestellen in Wiener Postämtern habe nicht die er­hoffte Entlastung gebracht, da die Beförderung der dort aufgegebenen Telegramme per Boten in die Zentralstation ebenfalls Zeit koste. Erst mit Inbetriebnahme der Rohrpostanlage sei, laut Militzer, eine deutli­che Entspannung der Lage eingetreten und die früher fast täglich in der Presse zu vernehmende Kritik über mangelhafte Zustellung ver­stummt. 25 Tatsächlich befördert die Rohrpost im Betriebsjahr 1876 rund 693.000 Telegramme und bleibt damit weit hinter den ursprünglichen Erwartun­gen. Dies gilt noch mehr für das Aufkommen an Rohrpostbriefen. 1876 sind dies nicht einmal ein Prozent der von der Rohrpost transportierten Telegramme. 26 Zu dieser Zeit taucht allerdings noch eine neue Technik auf, die den Telegrafen zu entlasten verspricht. Es ist das Telefon, das Menschen in die Lage versetzt, über Drahtleitungen hinweg direkt miteinander zu