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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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71 27 Die Rohrpost erlaubt rasche Beförderung von Telegrammen im Stadtgebiet. Hermann Militzer, mittlerweile Leiter des Technischen Telegrafenbüros, legt dem Reichsrat Anfang Juli 1876 einen Leistungsbericht vor. Die Gebührensenkungen der Vergangenheit und die damit verbundene Erschließung breiter Bevölkerungskreise habe dazu geführt, dass der telegrafische Korrespondenzverkehr in die Peripherie der Stadt hinaus­gedrungen sei, was das Problem der Zustellung durch Boten verschärft habe. Verzögerungen zwischen einer halben Stunde und einer Stunde bei Adressen in der Inneren Stadt und bis zu zwei Stunden und mehr bei Adressen in den Vorstädten hätten beim Publikum immer wieder Anlass zu Kritik gegeben. In der Kritik stehe seit geraumer Zeit auch die überlastete Telegrammannahme. Solange die Wiener Telegrafen­zentralstation die einzige Annahmestelle in der Stadt gewesen sei, seien an ihren Schaltern vor allem in der frequenzstarken Mittagszeit