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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Entstehung
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70 26 Telegrafenmarken verschiedener Wertigkeit zum Aufkleben. der Börse, die nur während der Zeit des Börsenhandels arbeitet, haben die Stationen von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends für das Publikum geöffnet. An geeigneten Plätzen der inneren Stadt stehen rote Sam­melkästen, in die das Publikum jederzeit Mitteilungen einwerfen kann, die befördert werden sollen. Die Kästen werden von Bediensteten tagsüber halbstündlich geleert und die Mitteilungen an die nächstlie­gende Station zur Weiterleitung gebracht. 22 Befördert werden in erster Linie Telegramme, zur besseren Auslastung aber auch handschriftlich verfasste Briefe. Letztere können auf vorgedruckte Formulare oder auf dünnes Papier geschrieben und in zugehörigen Kuverts aufgegeben werden. Die Beförderungsgebühr beträgt, unabhängig von der Anzahl der Worte, 20 Kreuzer und ist durch Frankierung der Briefe bzw. Kuverts zu entrichten. 23 Bei der Beförderung werden jeweils 20 bis 25 Briefe oder Telegramme in eine Metallpatrone gesteckt und per Luftdruck durch die Leitung trans­portiert. An den einzelnen Stationen werden Mitteilungen, deren Zielad­ressen erreicht sind, entnommen und durch Austräger zugestellt wenn auch nur in dem Gebiet innerhalb desLinienwalls, also nur im inneren Teil der Stadt, nicht in den Vorstädten. 24 Dies hält die Zustellungsdauer in Grenzen.