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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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99 39 Bordfunker auf dem österreichisch-ungarischen Schlachtschiff Radetzky. Kronen pro Station. Dafür wickeln die Telegrafisten an Bord den schiffsei­genen Telegrammverkehr betreffend Besatzung, Passagiere, Ladung oder das Schiff selbst kostenlos ab, während für die Privattelegramme der Pas­sagiere ein aus einer Bord-, einer Küsten- und einer Landgebühr zusam­mengesetztes Entgelt eingehoben wird. Die Telegrafisten unterstehen an Bord der Befehlsgewalt des Kapitäns, doch behält sich der Staat vor, den Betrieb in den Bordtelegrafenämtern zu kontrollieren und gegebenenfalls einzustellen. Ganz in diesem Sinn übt das Funkentelegrapheninspektorat auch die Aufsicht über den Funkverkehr von Schiffen anderer Nationalität aus, solange sie sich in österreichischen Hoheitsgewässern befinden. 26 Demgegenüber steht das kommerzielle Seefunksystem, bei dem Bordte­legrafisten nicht der Befehlsgewalt des Kapitäns unterstehen, sondern pri­vaten Betriebsgesellschaften angehören und vorrangig den ökonomischen Interessen ihres Unternehmens verpflichtet sind. Dies birgt das Risiko,