183 Ausgehend von den Vereinigten Staaten von Amerika verbreiten sich Netzwerke neuen Typs, so genannte„Computer Based Message Systems“. Dabei handelt es sich um konzern- oder behördeneigene Netzwerke, die zwischen Computern an verschiedenen Standorten bestehen. Ein Vorläufer ist das„Advanced Research Projects Agency Network“, kurz ARPANET , das Ende der 1960er-Jahre vom Massachusetts Institute of Technology und dem Pentagon zur Erfüllung militärischer Aufgaben entwickelt worden ist. Auf der Grundlage solcher Netze entstehen„Electronic Mail“-Systeme wie die„Telebox“ der Firma IMCA („Innovative Micro Computer Applicationen“), die die Radio Austria in Zusammenarbeit mit der Post ihrer Kundschaft offeriert. Dieser„Textspeicherdienst“ ermöglicht es den Teilnehmern über ihre Personal Computer schriftlich miteinander zu kommunizieren, aber auch in einem begrenzten Kreis durch Stellungnahmen auf einem„schwarzen Brett“ Telekonferenzen abzuhalten. 23 Dies erlaubt Kontaktaufnahme auch bei abweichenden Bürozeiten. Eine eingegangene Nachricht kann vom Empfänger lange nach ihrem Eingang gelesen werden. Obwohl auch hierbei einiges an Gebühren fällig wird, 24 zeichnet sich Nachfrage ab. Im November 1987 sind 1.200 Teilnehmer angemeldet. In den nachmittäglichen Hauptverkehrszeiten kommt es zu Überlastung und zu Warteschlangen. Daraufhin wird ein leistungsfähigeres Nachfolgesystem eingeführt, dem man wegen der zunehmenden Verbreitung von Personal Computern bis zu 10.000 Teilnehmer prophezeit. 25 Für die anstehende Medienrevolution fehlt jedoch noch eine wesentliche Komponente: ein Netz, das buchstäblich allen Zugang zu allem eröffnet. Noch laufen diverse Telekommunikationsdienste auf je eigenen Netzwerken. Bildschirmtext und Telefax arbeiten auf dem herkömmlichen Telefonnetz, Telex und Teletex auf einem eigenen Fernschreib- und Datennetz. Unter Fachleuten zirkuliert jedoch bereits die Vision eines auf zahllosen privaten Computern basierenden, weltweiten Universalnetzwerks, zu dem alle Haushalte direkten Zugang hätten. 26 Wie unterschiedliche Elektrogeräte an eine Stromsteckdose angesteckt werden können, sollen künftig über eine Datensteckdose verschiedene Endgeräte wie das Telefon, ein Fernschreiber oder ein„Datenterminal“, also ein Computer, angedockt werden können. 27 Die technische Umsetzung basiert auf neuartigen Glasfaserkabeln, die Information nicht auf elektrischem, sondern auf optischem Wege übertragen und weitaus mehr Kapazität besitzen als Drahtleitungen. Auch in Österreich ist für die nähere Zukunft die Errichtung eines derartigen Breitbandnetzes in Planung, das sich auf Koaxialkabel und zunehmend auf Glasfaserkabel stützt und unter dem Kürzel ISDN („Integrated Services
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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