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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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185 79 Das Mobiltelefon erzeugt ständige Erreichbarkeit des Indivi­duums. freien Marktes beseitigen. Hinter dieser Reform steht der alte Streit zwi­schen den politischen Kräften, die den staatlichen Betrieb bevorzugen, um vor allem die öffentliche Versorgung sicherzustellen, und jenen, die eine Liberalisierung fordern, um belebende Konkurrenz durch Privatunternehmen zu schaffen. 34 1996 erfolgt mit der Überführung der Post- und Telegraphen­verwaltung in die Post und Telekom Austria AG eine kontrollierte Privatisie­rung. Die Administration von Diensten wie Telex und Telegramm sowie Tele­fonie bleibt in der Zuständigkeit der staatsnahen Nachfolgefirma, während Mehrwertdienste und der Markt für Endgeräte privaten Anbietern geöffnet werden. 1998 wird die Telekom Austria AG aus dem Konzern herausgelöst. Fortan ist sie für eine moderne bundesweite Fernmeldeinfrastruktur zustän­dig, auf der private Firmen ihre Dienste anbieten können. 35 Gleichzeitigt entfaltet sich nach internationalem Vorbild die Mobiltelefonie im GSM-Standard(Global System for Mobile Communications). Bereits Ende 1994 sind in Österreich 280.000Handys angemeldet, 36 zunächst bei der Post- und Telegraphenverwaltung und ab 1996 bei der ebenfalls ausgegliederten Mobilfunk Austria AG . Ab 1998 sind auch private Mo­bilfunkanbieter aktiv, was die Gerätepreise wie auch die Nutzungstarife deutlich sinken lässt. 37 Ursprünglich kostspieliges Statussymbol, wird das Handy jetzt Teil der Alltagskommunikation.