Vom Lebenssinn der Technik.
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hin merklich ab. Es ist also auch auf dem Gebiet der Technobiotik dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Rekordleistungen hängen aufs engste mit dem Übergang von der potentiellen zur aktiven Technik zusammen, denn erst im Wettbewerb der Erfindungen tritt der Gebrauchswert einer technischen Neuerung am klarsten zutage. In den Abb. 5 und 6 sind die Geschwindigkeitsrekorde von Rennwagen und die Höhenrekorde von Flugzeugen dargestellt. Hier zeigen sich gleichfalls die zweiseitig gekrümmten technobiotischen Linien, die darauf hinweisen, daß der technischen Entwicklung unter normalen Verhältnissen auch im Rekordwesen eine obere Grenze gesetzt ist.
FLUGZEUG-HÖHENREKORDE
tausende
AUTO-FAHRREKORDE
300
WÖP
Abb. 5. Geschwindigkeitsrekorde von Renrv wagen in Stunden-Kilometern.
Abb. 6. Höhenrekorde von Flugzeugen in Tausenden-Metern.
So tritt also die potentielle Technik am Beginn einer technobiotischen Wachstumskurve gewöhnlich mit einer entwicklungsfähigen Erfindung auf den Plan, die aber erst nach der Überwindung fachlicher, finanzieller und rechtlicher Schwierigkeiten allmählich festen Fuß faßt. Die Wirtschaft bemächtigt sich dann dieser neuen technischen Idee, eröffnet dem Vermehrungsdrang der neuen Schöpfung geeignete Anwendungsgebiete und führt sie ansteigend einem Wendepunkt zu. Von da ab zeigen sich schon die ersten Anzeichen des gegenwirkenden Sättigungsdruckes im Absatzmärkte; die Wachstumskurve der aktiven Technik steigt aber dennoch, wenn auch weniger steil, bis zu jenem Höhepunkt empor, wo der Vermehrungsdrang der Technismen das Gleichgewicht mit dem Sättigungsdruck des Absatzmarktes erreicht. Schließlich wird dann die vorliegende Erfindung ganz oder teilweise von anderen vorteilhafteren Neuerungen überholt, denen aber später das gleiche Schicksal widerfährt.
Jede bahnbrechende Erfindung leitet also einen neuen technischen Entwicklungsabschnitt und damit auch eine neue technobiotische Wachstumskurve ein. Alle diese S-Linien zeigen jedoch, wie A. Menge in einer Abhandlung über „Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Elektrizitätswirtschaft“ hervorhebt, nur unter gleich bleibenden Verhältnissen einen regelmäßigen Ablauf; Störungen