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Viktor Kaplan. 19
„Für den Motorbau wie für die Kohlensäureindustrie werden die folgenden Ideen unzweifelhaft von Interesse sein, da sie selbst dann noch Anregung von einigem Wert bieten dürften, wenn die praktischen Versuche diese Ideen nicht ganz bestätigen sollten. So groß auch die Fortschritte sind, welche bisher in der Verbilligung der Betriebskosten der Explosionsmotoren gemacht worden sind, so zeigt die Wärmebilanz dennoch, daß der größte Teil der durch die Explosion freigew ordenen Wärme, welche einer gewissen Arbeit entspricht, unausgenutzt verlorengeht. Von 5000 Wärmeeinheiten, die einem Leuchtgasverbrauch von einem halben Kilogramm
Abb. 4. Viktor Kaplan als Hochschüler mit Abb. 5. Viktor Kaplan als Konstrukteur an der dem Band der deutschen Lesehalle. Deutschen Technischen Hochschule in Brünn.
entsprechen und die theoretisch 7,85 PS ergeben, wird in kleineren Motoren eine effektive Leistung von nur einer Pferdekraft erzielt.
Der in das Kühlwasser allein verlorengehende Betrag an Wärme entspricht einer Arbeitsleistung, welche die wirkliche Nutzleistung nahezu um das Dreifache übertrifft. Ebenso ist auch die mit den Auspuffgasen abgeführte Wärme sehr beträchtlich. Meine Erfindung, welche in allen Kulturstaaten zum Patente angemeldet wurde, besteht nun darin, hochkomprimierte oder verflüssigte Gase nach dem Moment der Explosion in den Explosionsraum des Motors einzuspritzen, um einerseits die Wasserkühlung entbehrlich zu machen, anderseits die sonst an die Wasserkühlung abgegebene Wärme an das eingespritzte Gas (vorzugsweise Luft) zu übertragen. Dadurch wird bei der nun folgenden Expansion der Motorgase dieser Betrag an Wärme in Arbeit umgesetzt. Je nachdem man nun an einen Motor die Forderung billigen Betriebes oder leichten Gewichtes stellt, -ergeben sich zwei vonunter dem Titel „Ein neuer Explosionsmotor“ erschienen ist. Vgl. auch die „Deutsche Zeitung“ vom 8. März 1903 und die „Reichswehr“ vom 18. März 1903.
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