Viktor Kaplan.
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in Aachen im Jahre 1912 und seine Ernennung zum außerordentlichen Professor ad personam für Maschinenbau mit besonderer Berücksichtigung der Wasserturbinen am 20. Dezember 1913 an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn, durch welche Ernennung es der österreichischen Unterrichts Verwaltung gelungen war, Kaplan für Österreich zu erhalten. 1
Nun hatte Kaplan sein Ziel erreicht. In gesicherter Lebensstellung, befreit von finanziellen Nöten und von einer sorgenden, sein Wesen verstehenden Gattin betreut, konnte Kaplan sich ganz seinen wissenschaftlichen Forschungen widmen.
IV.
Die Zeit der Kämpfe, Erfolge und Rückschläge.
Vorträge. Verhandlungen mit Firmen. Vortrag im Ingenieur- und Arcliitekten-Verein. Allgemeines über Kaplans Laufräder. Vorteile seiner Turbine. Weitere Veröffentlichungen. Die Turbine in Velm. Professor Budau. Rochuspoint. Kavitation. Schwere Erkrankung. Allmähliche Erholung. Großkraftwerke.
In der Zeit von 1913 bis 1916 sind außer einem Bericht über eine Studienreise (vgl. Zeitschr. d. Österr. Ing.- u. Arch. -Vereins 1913, S.219 und Wasserwirtschaft 1913, S. 53) und einem Bericht über einen im Deutschen Ingenieur-Verein in Brünn gehaltenen Vortrag, betitelt „Neuerungen im Wasserkraftmaschinenbau“, keine Veröffentlichungen von Kaplan erschienen.
Überhaupt ist Kaplan, wenn man von dem Vortragszyklus über „Das Maschinenzeitalter“, welchen er in den volkstümlichen Hochschulkursen im Studienjahr 1913/14 in Brünn gehalten hat, absieht, bis zum Jahre 1917 in der Öffentlichkeit nicht hervorgetreten.
Seine Tätigkeit war ganz der Vornahme von Versuchen im Laboratorium und der Ausarbeitung seiner Patentschriften gewidmet; auch nahm ihn der Schriftwechsel mit den Firmen behufs Verwertung seiner Erfindung stark in Anspruch.
Am 16. Mai 1913 verständigte Kaplan 2 verschiedene Turbinenfirmen brieflich, daß es ihm gelungen sei, mit neuen Laufrädern spezifische Drehzahlen und Wirkungsgrade zu erhalten, welche die bisher erreichten Werte weit übertreffen, und lud die Firmen zum Besuch und zur Erwerbung seiner Erfindung ein.
Dieser Einladung wurde auch entsprochen. Aus den darüber vorliegenden Veröffentlichungen, 3 sowohl von seiten Kaplans als auch von seiten der Firmenvertreter, ist zu entnehmen, daß die Vorführungen und Bremsungen im Brünner Laboratorium tatsächlich die von Kaplan angegebenen hohen spezifischen Drehzahlen und Wirkungsgrade ergeben hatten.
Aber wir lesen daselbst auch, daß die Firmenvertreter den Optimismus Kaplans auf Grund dieser Versuche, mit Rücksicht auf die Gefällshöhe von nur 60 cm und den Laufraddurchmesser von 10 cm, vor allem aber weil das Laufrad der Turbine ganz verdeckt war, noch nicht zu teilen vermochten.
1 Seine Ernennung zum ordentlichen Professor erfolgte im Mai 1918.
2 Vgl. Die Wasserwirtschaft, 1917, S. 365.
3 Vgl. Die Wasserwirtschaft, 1917, S. 147 u. 365.
Geschichte der Technik, 3. H.
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