Heft 
1936: Drittes Heft
Entstehung
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Mitteilungen und Berichte.

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gleich eine kostbare Bereicherung unserer, an Schätzen der Kunst so reichen Stadt, bedeutet.

Eine besondere Dankespflicht haben wir der Stadt Wien gegenüber, die uns den Platz für das Denkmal zur Verfügung gestellt hat und die unser Vorhaben weit­gehend förderte; hier möchte ich der Unterstützung durch die Bezirksvorstehung des IX. Bezirkes und durch alle in Betracht kommenden Abteilungen des Stadt - bauamtes, des Magistrates und der Feuerwehr mit gebührendem Danke gedenken. Auch allen Helfern bei der Vorbereitung und Ausführung des Werkes herzlichen Dank, insbesondere auch dem Verfasser der Biographie Auers von Welsbach, Herrn Dr. Sedlacek, dessen Buch sicher viel zur Förderung unseres Vorhabens beigetragen hat.

Einem Mann muß ich noch ganz besonders und von Herzen danken, im eigenen und im Namen aller, die mitgearbeitet haben, unseres Altmeisters auf dem Gebiete der Geschichte der Technik, Hofrat Dr. Erhard, dessen Tatkraft allein letzten Endes dieses Werk seine Entstehung verdankt.

Wir haben ein ragendes Mal, ein Erinnerungszeichen, mitten in den brausenden Verkehr der Großstadt gestellt, zugleich auch in unmittelbarer Nähe einer Stätte der Forschung, die Auers Lebenswerk nahesteht. Jeder, der hier vorübergeht, soll erinnert werden, daß aus der stillen Stätte der Wissenschaft ein Mannhervor- gegangen ist, der die Segnungen der Wissenschaft und der Technik dem modernen Leben, vor allem den Bewohnern der großen Städte, gebracht hat. So wie der Genius, den der Künstler so edel und machtvoll verkörpert hat, Licht von oben bringt, so hat Auer im wahren Sinne des Wortes Licht zu uns allen gebracht im Geiste und in der Tat.

Das Denkmal haben wir auch dem österreichischen Geist in der modernen Technik geweiht. So groß die Zahl der Wiener Denkmäler ist, die großen Söhnen dieser Stadt und unseres Landes und Volkes gewidmet sind, so verschwindend klein ist die Zahl jener, die an den Anteil Österreichs in der Geschichte der Technik erinnern. Und doch verdanken sehr viele Großtaten der Technik, die heute die Welt beherrschen, ihren Ursprung österreichischem Schöpfergeist. So soll unser Denkmal auch eine Dankesschuld an den Geist österreichischer Technik abstatten.

Wir alle wissen es, daß ein schöpferischer Gedanke und eine schöpferische Tat ewig und unvergänglich sind, sind sie doch nur ein Ausfluß der ewigen, gött­lichen Schöpferkraft, deren Werk und Werkzeug wir sind. Diesem Gedanken weihen wir in Demut und Ehrfurcht unser Denkmal.

Ich bitte den Herrn Bürgermeister, das Denkmal in die Obhut der Stadt Wien zu übernehmen, als Ruhmeszeichen eines großen Sohnes dieser Stadt.

Bürgermeister Schmitz begleitete die Übernahme des Denkmals mit folgender Ansprache:

Die Stadt Wien weiß, was sie dem Fortschritt der Technik während der letzten Generationen verdankt. Aus einer Stadt mit einer technischen Einrichtung, die kaum über den Durchschnitt der deutschen Städte hinausragte, wuchs sie in die Höhe und verbesserte sie von Jahr zu Jahr die Daseinsbedingungen ihrer Bevölke­rung. Wenn heute Wien zu den gesündesten Städten gehört, wenn es heute über das beste Trinkwasser verfügt, wenn Wien heute im Verkehrswesen emporstrebt