Alte Brücken und Mühlen in Tirol.
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Eigentliche Bogenbrücken in Holz bilden aber eine Ausnahme. Eine der Struktur dieses Baustoffes besser entsprechende Anwendung des Stützträgerprinzips bilden Spreng- und Hängwerke. Eigentliche Sprengwerke scheinen von der alten Zimmermannskunst kaum verwendet worden zu sein. Eine der bedeutendsten neueren Ausführungen, die allerdings auch schon eine mehr ingenieurmäßige Konstruktion darstellt, bildet die Reichsstraßenbrücke über den Inn bei Tösens mit 26,5 m Spannweite.
Häufiger sind bei den alten Brücken Hängwerke ausgeführt worden, die sich besonders für überdachte Brücken eignen, da das Dach bei ihnen ohne eigene Unterstützung gleich auf das Tragwerk aufgesetzt werden kann. Diese alten Hängwerke besitzen fast immer mehrfache, recht verwickelte Tragsysteme, die einer exakten statischen Berechnung kaum zugänglich wären, aber Zeugnis von einer hohen Stufe der Zimmermannskunst ablegen.
Das bedeutendste Bauwerk dieser Art in Tirol ist wohl die Brücke der Pustertaler Straße über den Villgraten- bach bei Sillian (Abb. 7); sie wurde 1780/81 erbaut, besitzt eine Gesamtlänge von 66 m, die sich auf drei ungefähr gleiche Öffnungen zwischen gemauerten Pfeilern verteilt. Der Durchblick (Abb. 8) zeigt einen schönen Rhythmus der Balkenanordnung, insbesondere auch des oberen Windverbandes.
Es dürfte auffallen, daß diese Brücke eine der wenigen ist, die nicht Holzjoche, sondern gemauerte Zwischenpfeiler besitzt. Da das zwischen Dämmen geführte Flußbett hier ziemlich hoch liegt und daher von beiden Seiten stark steigende Rampen zur Brücke hinauf führen, mußte an Bauhöhe gespart und das Tragwerk über die Fahrbahn gelegt werden. Holzjoche mit ihrer schmalen, nur durch einen Holm gebildeten Auflagerfläche verlangen aber geradezu die Anordnung von Sattelhölzern mit Kopf streben, während Hängewerke, bei denen der Raum unter der Fahrbahn frei bleiben kann, eine größere Auflagerfläche beanspruchen, die eben nur bei gemauerten Pfeilern zur Verfügung steht. Der Bau gemauerter Pfeiler war aber im allgemeinen zu einer Zeit, da man weder Spundwände noch entsprechend leistungsfähige Pumpen oder gar die Druckluftgründung kannte, ein sehr schwieriges Unterfangen. Immerhin gibt es unter den schon ins Mittelalter, und zwar ins 14. Jahrhundert zurückreichenden Brücken noch ein Bauwerk mit einem besonders eigenartigen Massivpfeiler, dessen Fundierung eine erstaunliche Leistung darstellt: die Brücke zu Alt-Finstermünz (Abb. 9), zugleich ein Verkehrs- und Befestigungsbau-
Abb. 4. Brücke über den Inn bei Pfunds. Mehrfeldrige Pfahljochbrücke.
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