Siebzig Jahre Brennerbahn.
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Jahren bekommen, zu deren Verbindung nur noch das Problem der Übersteigung des Brenners zu lösen bbebe.
Statthalter Graf Bissestgen begleitete die Eingabe der Stadt an Feldmarschall Radetzky mit den Worten: „Das Land auf allen Seiten mit Eisenbahnen umspinnen, ohne es selbst daran teilnehmen zu lassen, hieße sein Mark aussaugen und ihm die Lebensadern unterbinden.“ Feldmarschall Radetzky antwortete umgehend, daß er die Eisenbahnwünsche Tirols als seine eigene Angelegenheit betrachte und ihrer tunlichsten Durchführung allen möglichen Beistand zu wenden werde.
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Abb. 1. Projekt Qualizza (1847) und Projekt Negrelli (1838).
Der geognostisch-montanistische Verein hatte im Jahre 1847 Daten sammeln und barometrische Höhenbestimmungen vornehmen lassen, um Unterlagen für den Bau einer Bahn von Rosenheim bis Verona zu schaffen; hierbei hatte er auch die Bodenverhältnisse und den geologischen Aufbau des Gebirges festgestellt.
Am 7. Juni 1847 hatte der Venezianer Ingenieur Qualizza im Aufträge seines Prinzipals Levi im Innsbrucker Landhause einen Plan für eine Bahn von Verona bis Hall vorgelegt; der Entwurf ist im Tiroler Boten vom 23. September 1847 veröffentlicht.
Vom Brenner abwärts legte Qualizza die Trasse durchaus auf die Westseite des Silltales, was den geognostisch-montanistischen Verein zu der Bemerkung veranlagte, daß Qualizza hier den Scharfblick vermissen lasse, mit dem er sonst die Terrainverhältnisse für seine Zwecke zu benutzen verstände, denn die östliche Talseite sei ungleich günstiger.
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