Aufsatz 
Siebzig Jahre Brennerbahn / von F. Kargl
Entstehung
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Siebzig Jahre Brennerbahn.

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Der Stollenvortrieb hatte zwei Jahre gedauert, der Vollausbruch und die Aus­mauerung der Tunnelröhre waren im Januar 1867 vollendet; wegen der Stand­festigkeit des Gesteins wurde der Tunnel nicht in seiner ganzen Erstreckung aus­gemauert, sondern auf rund 160 m das rauhe \ Felsprofil belassen und auf weitere 70 m das

( Profil nur teilweise untermauert.

Die Talübersetzun­gen sind in einfacher Weise aus Dämmen ge­bildet, in denen lediglich die für die Aufrecht­erhaltung der Wege und Wasserläufe notwen­digen Durchlaßöffnun­gen eingeschaltet sind, und zwar im Schmirntal ein gewölbter Durchlaß von 11,4 m Weite für Straße und Bach, im Valser Tale ein gewölbter Durchlaß von 4,75 m Weite für den Bach und von 2,85 m Weite für die Straße.

Nach der großen Wendung bei St. Jodok steigt die Trasse an den Steilwänden des Padaunerkogels mit der Höchststeigung auf­wärts und gewinnt dabei gegenüber dem Flusse und der Straße rasch an

Höhe. Am Ausgang des Grieser Tunnels (150 m lang) erreicht die Linie den Bahnhof Gries in 1254 m Seehöhe, hoch über dem gleichnamigen Orte.

Die Trasse windet sich dann weiter in mühseliger Entwicklung an den steilen Fels­hängen in die Höhe, durchbricht unter großen technischen Schwierigkeiten die schluchtartig enge Klamm, aus deren Tiefe die uralte Luegkapelle herauf grüßt. In der folgenden kleinen Talweitung ist der grünblaue, von der Sill durchflossene Brennersee eingebettet; die Bahn übersetzt dann auf hohem Damm das vom schäumenden Weißenbach durchströmte Vennatal, nahe an seiner Mündung,

Abb. 5. Steinschlag- und Lawinengalerie.

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