Aufsatz 
Siebzig Jahre Brennerbahn / von F. Kargl
Entstehung
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F. Kargl

nennt. Der Flußschlauch wird durch steile Felsgebilde an vielen Stellen außerordent­lich eingeengt, im Flusse selbst aber sind gewaltige Felsblöcke abgelagert; der Eisack strömt in raschem Laufe durch die Engstellen und seine Wässer stürzen schäumend und brausend über die Blöcke. Die Bahn verläuft in langen Abschnitten hart am Ufer und mußte stellenweise auch in das Flußbett hineingebaut werden, wo sie

Abb. 7. Bahndamm bei Steeg mit großer Verlegung des Eisackflusses.

Der aus einem mächtigen Steinsatzkörper bestehende Damm erhält auf der WasserseUe eine kräftige Steinvorlage, nach deren Vollendung der Fluß durch das neue Bett geleitet wurde. Aufnahme September 1865.

durch schwere Steinvorlagen und Uferwerke gegen die Angriffe der tobenden Berg- .wässer geschützt werden mußte.

Zu diesen Ufer- und Schutzbauten wurden Steinwürfe aus Blöcken von min­destens 1 m 3 Inhalt und 2800 kg Gewicht verwendet und, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen, zehn und mehr solcher Blöcke mit Eisenbolzen und Eisenketten zu zu­sammenhängenden Kettenwürfen verbunden. Durch das Flußbett wurden unter großen Mühen und Anstrengungen steinerne Querbauten gezogen, die die Wucht und Angriffskraft der Wässer abschwächen sollten; sie sind von dem wildbrausenden Flusse zwar bald durchbrochen und in ihrem Zusammenhänge gestört worden, haben aber gleichwohl zu seiner Bändigung beigetragen. Der Kampf des Menschen mit dem wilden Elemente hatte in dieser Strecke den Höhepunkt erreicht, und es gelang