Siebzig Jahre Brennerbahn.
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gegeben wurde. Eiserne Brücken über 20 m Stützweite kommen überhaupt nur in der südlichen Strecke vor, wo der Eisack schon ein breiter und ansehnlicher Fluß ist. Im ganzen wurden nur acht solcher Trag werke errichtet; neben den früher genannten Eisackbrücken noch die Brücken über den Finsterbach bei Atzwang und über den Rentscherbach vor Bozen mit je 25,3 m Stützweite.
Die Wölbbrücken wurden aus lagerhaftem Bruchstein mit Stützweiten bis 32 m erstellt; Ziegelgewölbe, die am Semmering noch in großem Umfange angewendet
Ansicht
Abb. 9. Gewölbter Durchlaß in festen Felseinschnitten.
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wurden, sind am Brenner weder bei Unterbauobjekten noch bei den Tunnelbauten verwendet, die Mauerung mit rauhen Bruchsteinen ist dagegen im weitesten Umfange betrieben worden. Große Viadukte und hohe Brücken wurden vermieden und selbst die Talübersetzungen nur als einfache Dämme mit den notwendigen Durchlaßöffnungen ausgebildet.
Im größten Ausmaße wurden trockene Steinbauten angewendet; so Stein würfe für Uferschutzbauten, Steinsätze und Steinschlichtungen zur Bildung von Dammfüßen und Dammböschungen sowie zur Hinterbeugung von Kunstbauten; regelrechtes Trockenmauerwerk dagegen wurde nur an Uferstrecken hergestellt, wo die Fundamente nachgiebig sind, sonst aber vermieden, da es wegen des großen Steinaufwandes verhältnismäßig teuer ist. Die gesamten trockenen Steinbauten hatten einen Rauminhalt von 375.000 m 3 .
Die Wand- und Stützmauern sowie die Brücken und Durchlässe wurden aus