Heft 
1939: Sechstes Heft
Entstehung
Seite
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Mitteilungen und Berichte.

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Zeit in der ,,Albertina am 19. September 1930 über dieKulturverbundenheit der Technik sprach. Er begrüßte die Gründung des Institutes als die Erfüllung derWünsche weiter Kreise wirtschaftlichen wie auch wissenschaftlichen Berufs­lebens und bezeichnete die Aufgabe des Historikers der Technik als einehohe und stolze, des heißesten Mühens wert.

Die Verwirklichung der gestellten Aufgaben hatte mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen und nur dem zähen, nicht nachgebenden Willen des Technikers, der gewöhnt ist, scheinbar unüberwindliche Hindernisse zu besiegen, ist es zu verdanken, daß das Institut ein wirkliches Leben der Arbeit führen konnte.

Das Institut hat technikgeschichtliche Veröffentlichungen in regelmäßiger Folge herausgegeben, übernahm die Durchführung von Ehrungen großer Techniker, wie die Errichtung des Denkmales Auers von Welsbach in Wien, einer Büste Auers für das Deutsche Museum in München, der Gedenktafeln für Viktor Kaplan in Wien, Mürzzuschlag, München und Stockholm, verwaltet Stiftun­gen, die den Namen dieser beiden großen Techniker auch im Gedenken der heranwachsenden technischen Jugend wach erhalten sollen, legt Biographien und Karteien technischer Richtung an und gibt Anregungen auf verschiedenen Ge­bieten der Technikgeschichte, wobei ich auch der Bemühungen für die Anlegung von Betriebsarchiven gedenken will.

Wenn ich sage, das Institut tut dies und tut das, so heißt es in Wirklichkeit, der Leiter des Institutes, Hofrat Erhard, sein Schaffenswille und sein schöpferischer Geist, gibt dem Institut diese Lebenskraft.

So vielgestaltig und tiefgehend die nur aussöhnittsweise und kurz geschilderte Lebensarbeit Erhards ist, so ist sie damit noch lange nicht erschöpft. Sein Wirken auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Standesfragen und im Leben der Gemeinschaft der Ingenieure hat ihn wiederholt und durch längere Zeit an die Spitze unserer beiden großen technischen Vereine berufen, als Vizepräsident des ehemaligen Osterr. Ingenieur- und Architekten Vereines und als Vorsitzender des ehemali­gen ' Österr. Vereines deutscher Ingenieure. Im Präsidium des erstgenannten Vereines war es auch, wo ich in gemeinsamer Arbeit vor mehr als zehn Jahren Erhard zum erstenmal nähertreten konnte, und ich bin glücklich, sagen zu können, daß die Arbeitsgemeinschaft in treuer Freundschaft sich bis heute be­währt hat, und dafür danke ich ihm auch persönlich.

Zahlreich sind die Beweise der Anerkennung, die die Öffentlichkeit seinem Wirken zollte. Bayrische, preußische, russische und österreichische Ordensaus­zeichnungen wurden ihm verliehen, von der American Society of Engineers erhielt er die Goldene Medaille, die nur an je einen Techniker eines Landes gegeben wurde, und der Verein deutscher Ingenieure würdigte ihn anläßlich seines 75. Geburts­tages durch die Überreichung seines Ehrenzeichens. Die Technische Hochschule in Wien ernannte Erhard zum Ehrenbürger und die Technische Hochschule in Danzig verlieh ihm die akademische Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehren halber.

Das Leben unseres Jubilars ist ein Sinnbild des sieghaften Weges des Geistes in der Technik, dessen Wegbereiter Erhard ist. Wir wünschen ihm und vor allem uns nur das eine, er möge uns auf dieser Bahn noch lange voranschreiten.

Wenn ich Sie, sehr verehrter Herr Hofrat, nun bitte, unsere Festgabe, das

Geschichte der Technik, 6. Heft.

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