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Die instrumenteilen Grundlagen.
Sch in zeug“. Auch gleichzeitig neben beiden erhielt sie sich lange Zeit, insbesondere in Sachsen und im Harz.
Es gab zwei Arten von Wachsscheiben: „Einfache Wachsscheiben“ und „Wachsscheiben mit Kompaß“. Die „Einfache Wachsscheiben“ genannten Meßinstrumente bestanden aus Holzscheiben, deren Durchmesser von
160 bis 300 mm schwanken konnte und konzentrischen Kreisen ausgenommen waren, und zwar drei bis sieben Rillen, je nach dem Scheibendurchmesser. Diese Rillen waren mit verschiedenfarbigem Wachs ausgegossen, eine Rille
Bild 9. Wachsscheibe mit Kompaß aus Neu' dort im Harz aus dem Jahre 1541.
(Nach C. Krause. 2 1 Jache Verkleinerung.)
in denen schmale Rillen in Form von
Bild. 10. Einfache Wachsscheibe mit 5 Wachsringen und Schlitz, darüber die zur Bodenaufstellung benötigte Schraube.
(Nach G. Agricola, 1556. 2 j Jache Verkleinerung.)
rot, eine andere weiß, wieder eine andere blau usw. Eine Winkelteilung war nicht vorhanden. Die „Wachsscheiben mit Kompaß“ waren eine Weiterbildung der ersteren, einfachen, und enthielten in ihrer Mitte eine Kompaßbüchse. Der Meßvorgang war folgender: Man stellte sich im Scheitel des zu messenden Winkels, in der Grube oder übertage, auf, stellte das Gerät waagrecht auf ein Stockstativ oder einen Dreifuß und spannte nun bei den „einfachen“, ursprünglichen Wachsscheiben Schnüre nach den beiden Zielpunkten und stach längs der Schnüre je eine Marke in einen Wachsring, wodurch man den zu messenden Grundrißwinkel festgelegt erhielt. Bei den „Wachsscheiben mit Kompaß“ richtete man ein verschwenkbares Lineal auf das Ziel und ritzte den Streichungswinkel, d. h. die Nordrichtung und die Ziellinie, in das Wachs ein. Die