Winkelmessung.
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österreichischen Bergbau mehrere Jahrhunderte hindurch in Übung war und wissen, daß dieses Verfahren selbst zur Zeit Agricolas, also um die Mitte des 16. Jahrhunderts, gebräuchlich war,
wie aus einer genauen Ab- ^^l iu bildung und Beschreibung des Meßvorganges in Agricolas Bergbuch hervorgeht 1 (Bild 8). Selbst bis tief ins 19. Jahrhundert hinein hat sich das Messen von Winkeln mittels der Ähnlichkeit von Schnurdreiecken im Markscheidewesen erhalten. 2 Sogar noch 1910 war dieses Verfahren ausnahmsweise in Idria gebräuchlich.
Die Wachsscheibenmethode.
Als erste Weiterentwicklung der markscheiderischen Messung nach der ,,Schnurmessung“ ist nun die „Wa chsscheiben- methode“ 3 anzusprechen, da sie die erste Form der bergmännischen Winkelmessung darstellt; es wurden hauptsächlich Grundrißwinkel, aber auch schon Höhen winkel, diese mit einer Art „halber Wachsscheiben“, gemessen.
Die „Wachsscheibenmethode“ war die Vorläuferin der Bild 8. Dreiecksmessung bei einer Schachtlotung zur Zeit
,, • . . i -Tr- Agricolas, 1556 (aus Agricola).
Messung mittels „ivom- T * . , , „ ' , , jri 0
® . (( (Das Joch A. Das Querholz B. Der Schachte. Die erste Schnur D.
paß mit Teilung“ und Das Gewicht der ersten Schnur E. Die zweite Schnur F. Ihre Be- mi++ola TC r» m q R nnrl festigung im Boden G. Der Anfang der ersten Schnur H. Das inmreis „ivompao unu Stollenmundloch I. Die dritte Schnur K. Das Gewicht der dritten - Schnur L. Das erste Maß M. Das zweite Maß N. Das dritte Maß 0.
■ G. Agricola, S. 99 bis Das PJ
101. Neuausgabe 1928.
2 P. Wils Kl, Markscheidekunde I., S. 115. — Das Schnurdreieck-Meßverfahren wird 1856 von Beer noch beschrieben und 1868 von Miller von Hauenfels, wenn auch tadelnd, erwähnt.
3 F. Kirnbauer, Die „Wachsscheibenmethode“ — eine Frühform bergmännischer Winkelmessung. Berg- und Hüttenm. Jahrb. Leoben, 84. Bd., H. 3 (1936).
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