Winkelinessung.
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in rechteckiger Gestalt, sowie schön verziert und mit kurzen Aufhängehaken, bereits im Jahre 1611 entgegentritt (Bild 42). Es ist anzunehmen, daß dieser erste österreichische Hängekompaß gleich ständige Auf hänge haken hatte. Auch geschlitzte Aufhängehaken für steile Schnüre aus späterer Zeit kommen vor.
Die nächstfolgende Bauart eines Hängekompasses ist die mit kurzen gegenständigen Aufhängehaken, die wiederum ganz oder geschlitzt für Messungen an steilen Schnüren sein können.
Als drittes Zwischenglied in der Entwicklungsreihe österreichischer Hängekompasse ist nunmehr ein aus dem Jahre 1748 stammender Kompaß mit langen, abwechselnd gleich- und gegenständige Haken tragenden Aufhängearmen zu nennen, wodurch eine ständige Waagrechtaufhängung bei nicht allzu stark geneigten Schnüren jederzeit möglich wurde. Diese Kompaßform sowie die nächstfolgenden zwei Formen stammen von den drei Brüdern Simon, Johann und Ernst Peregrin Oberhäuser aus Schwaz und Hall in Tirol. Es sind dies nunmehr kardanisch aufgehängte Kompasse mit oder ohne Rahmen in beweglichem Auf hängebügel. Die Aufhängehaken beider Kompasse sind gleichständig. Hängekompasse mit festem und beweglichem Aufhängebügel, also einer Doppelbügelaufhängung, leiten zur RössLERschen Form der Doppelringaufhängung hinüber, von der wir zwei Ausführungsarten kennen. Die eine ist die sächsische mit zwei übers Kreuz gestellten Ringen (,,Kreuzhängezeug ), die aus dem Jahre 1633 stammen soll und bei der der Kompaßring senkrecht zur Hakenachse angebracht ist. Die zweite Form ist die österreichische, bei der der Kompaß- Hng gleichgerichtet zur Hakenachse eingebaut ist. Aus der österreichischen korm haben sich dann durch Weglassung eines Teiles oder des ganzen äußeren Ringes (Hängeringes) die Formen der Hängekompasse von Schubert (1780) und Oster- IjAnd (1860) und anderen entwickelt.
Der Gradbogen.
Wo mit dem Hängekompaß gearbeitet wird, da wird wohl immer auch der Gradbogen benutzt. Dies ist heute noch so, wo man für untergeordnete markschei e- rische Messungen noch den Hängekompaß und Hängegradbogen zu benutzen pfleg ; es War aber auch früher, in den vergangenen drei Jahrhunderten immer so, a s man sehr viel mit Hängekompaß und Gradbogen arbeitete. Hängekompaß und Gra - bogen gehören derart zusammen, daß für beide in Österreich sogar mn eigener
gemeinsamer Name nämlich „Markscheiderisches Schinzeug gebräuchlich ist.
v v. r Umstellung des Tonnlagewinkels der
Der Gradbogen dient bekanntlich zu leicht gearbeiteten, dureh-
Verziehschnur. Er besteht im wesentlichen aus ei Mittelpunkt an einem Haar brochenen Halbkreis mit Auf hängehaken un einem ^tnfetll- oder Tonnlagewinkel herabhängenden kleinen Senkel, so daß man aran ^ls Baustoff wird für
der Schnur an der Teilung des Gradbogens a ese ^ auc j 1 aus Silber verfertigte
Gradbögen meist Messing verwendet, doch ennen xr über oder Aluminium Gradbögen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts oder aus Neusüb hergestellte Geräte aus den letzten Jahrzehnten.