Winkelmessung.
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verwendet. Mit diesen wurden die Lage^winkelmessungen ausgeführt, mit jenen die Höhenwinkel festgelegt. Solch getrennte oder besondere Instrumente für die Messung von Höhenwinkeln scheinen gegen Ende des 18. Jahrhunderts mehrfach in österreichischen Bergbauen in Verwendung gestanden zu sein.
Bergrat Riedl überliefert uns auf einer seiner Zeichnungen eine Höhenscheibe mit 1) o p p e 1 a b s c h a u e n, die nach seiner Angabe aus Bleiberg in Kärnten stammt und für die Zeit um 1780 anzusetzen ist (Bild 71). Ein um eine waagrechte Achse kippbarer Halbkreis dient als Höhenkreis und trägt an seiner Oberkante ein Doppel- abschauen, so daß er für flache und steile Zielungen geeignet ist. Der Ständer trägt ein Senkel zum Zweck der Lotrechtstellung und ist für Hülsenaufstellung auf einem Zapfenstativ eingerichtet. Zu dieser Bleiberger Höhenscheibe gehörte die auf S. 76 besprochene Bleiberger Zielbussole. Zu beiden Instrumenten gehörte ein eigenes Grubensignal mit gleicher Aufstellhülse, ähnlich *dem in Bild 76 wiedergegebenen, so daß für Zielinstrument und angezieltes Zielzeichen eine Zwangszentrierung gegeben war.
Eine andere Höhenscheibe aus etwas früherer Zeit befindet sich im Technischen Museum zu Wien 1 und stammt laut einer gravierten Inschrift von ,,Jakob Strasser in Hall“ in Tirol aus dem Jahre 1776 (Bild 72). Sie besteht aus einer auf einer Auf stellplatte befestigten Säule, auf der um eine waagrechte Achse kippbar ein Abschauen mit einem Höhenkreis angebracht ist.
Für Meßtischaufnahmen erscheint dieses Instrument nicht geeignet, da ihm Ziehkanten längs der Auf Stellfläche fehlen. Es kann somit nur für Höhenwinkelmessungen allein gedient haben. Jakob Strasser war vermutlich Markscheider am Haller Salzberg.
Nun bleiben noch zwei Zielinstrumente zu besprechen, ehe auf das letzte und wichtigste Instrument, den Theodolit, eingegangen werden kann. Es sind dies die ZoLLMANNsche Scheibe und das RiTTiNGERsche Visierinstrument.
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Bild 72. Höhenscheibe von Jakob Straßer aus dem Jahre 1776.
Bild 73. Zollmann- sche Scheibe für Markscheiderei aus dem Jahre 1779.
Die ZoLLMANNsche Scheibe.
Das Technische Museum Wien besitzt in seiner bergbaugeschichtlichen Sammlung ein Instrument, die ,,ZoLLMANNsche Scheibe für Markscheiderei“ 2 (Bild 73). Es besteht aus einem quadratischen Hartholzbrett von den Seitenlängen 265 X 265 mm, in dem ein messingener Stundenring versenkt angebracht ist. Dieser Stundenring ist widersinnisch in 1 X 12 „Doppelstunden“ geteilt und mit 30 mm großen römischen Zahlen beziffert; die unmittelbare Ablesung beträgt eine Viertel- Doppelstunde. In der Richtung VI bis XII ist ein Absehen aus Messing fest ange-
1 Inv.-Nr. 5176/9c.
2 Inv.-Nr. 9670.